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Von Musen und Musik: Zu Oper, Libretto und Singspiel

Hans-Albrecht Koch

Das Buch behandelt literarische Texte, die zur Vertonung für musikalischen Vortrag bestimmt waren. Der erste Hauptteil handelt vom deutschen Singspiel des 18. Jahrhunderts, vor allem in seiner österreichisch-süddeutschen, speziell Wiener, Ausprägung. Das Singspiel wählte höfische und bürgerliche Sujets, aber auch Märchenstoffe, und war für ausgebildete Sänger gedacht. Seinen Höhepunkt fand es in der gemeinsamen Arbeit von Emanuel Schikaneder und Wolfgang Amadeus Mozart an der «Zauberflöte» und in Goethes «Zweiter Zauberflöte». Der zweite Hauptteil behandelt die Operndichtungen, die der Wiener Hugo von Hofmannsthal für den Komponisten Richard Strauss schrieb, besonders die symbolträchtige, vielfach an die «Zauberflöte» anknüpfende Oper «Die Frau ohne Schatten» und «Arabella», das letzte gemeinsame Werk beider Künstler.

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„Die Zauberflöte. Eine große Oper in 2 Akten“

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1.

Traditionen des Stegreiftheaters, der großen italienischen Oper und des deutschen Singspiels sind in der „Zauberflöte“ zu einer einzigartigen Einheit verschmolzen. Märchenhafte Motive aus Zauberstücken verbinden sich mit philanthropischem Gedankengut der Freimaurer, höchste Sittlichkeit und naturhafte Sinnlichkeit verschlingen sich, nicht ohne Ironie, unauflösbar ineinander. Aktion und Kontemplation halten sich die Waage, feierliche Symbolik und lockeres Spektakel befinden sich in einer Balance, die so leicht erscheint, wie sie schwer zu erreichen ist. Unwiederholbar das alles, wie die zahlreichen gescheiterten Versuche zeigen, den Erfolg der „Zauberflöte“ mit ähnlichen Sujets zu erneuern.

Zwei ganz Große des Theaters haben im Zenit ihres Könnens tiefe Genialität und handwerkliche Perfektion zu einem Werk verbunden, das seit seiner Uraufführung zwei Jahrhunderte hindurch zum lebendigsten Kern des Opernrepertoires gehört hat. Die unveränderte Wirkung auf ein immer anderes Publikum bezeugt es: In der „Zauberflöte“ haben elementare Situationen und Konfigurationen von immerwährender Aktualität so deutliche künstlerische Gestalt gewonnen, daß sich darin Konstanten menschlichen Daseins spiegeln – und jenseits von zeitlichen Bedingtheiten auch künftig noch lange spiegeln werden.

2.

Ohne Zweifel: „Ein Werk ist ein Ganzes, und auch zweier Menschen Werk kann ein Ganzes werden.“ Man ist geneigt, dieses Wort Hugo von Hofmannsthals über den „Rosenkavalier“ auch auf die Zusammenarbeit von Mozart und Schikaneder zu übertragen. Und doch steht das unsichere und schwankende Urteil über das Textbuch der „Zauberflöte“ in einem merkwürdigen Kontrast zu...

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