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Von Musen und Musik: Zu Oper, Libretto und Singspiel

Hans-Albrecht Koch

Das Buch behandelt literarische Texte, die zur Vertonung für musikalischen Vortrag bestimmt waren. Der erste Hauptteil handelt vom deutschen Singspiel des 18. Jahrhunderts, vor allem in seiner österreichisch-süddeutschen, speziell Wiener, Ausprägung. Das Singspiel wählte höfische und bürgerliche Sujets, aber auch Märchenstoffe, und war für ausgebildete Sänger gedacht. Seinen Höhepunkt fand es in der gemeinsamen Arbeit von Emanuel Schikaneder und Wolfgang Amadeus Mozart an der «Zauberflöte» und in Goethes «Zweiter Zauberflöte». Der zweite Hauptteil behandelt die Operndichtungen, die der Wiener Hugo von Hofmannsthal für den Komponisten Richard Strauss schrieb, besonders die symbolträchtige, vielfach an die «Zauberflöte» anknüpfende Oper «Die Frau ohne Schatten» und «Arabella», das letzte gemeinsame Werk beider Künstler.

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Lotte Reiniger: Pamina und Papageno

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Abb. 1: Pamina und Papageno

Die aus Charlottenburg gebürtige Scherenschneiderin und Silhouettenkünstlerin Lotte Reiniger (1899–1981) schuf seit den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wunderbar filigrane Scherenschnitte und die frühesten Scherenschnittfilme. Angeregt durch den Schauspieler Paul Wegener nahm sie Schauspielunterricht bei Max Reinhardt. Mit der Produktion „Die Abenteuer des Prinzen Achmed“ gelang ihr 1926 der erste abendfüllende Silhouettenfilm. Sie wirkte für musikalische Animationen u.a. mit Paul Dessau und Paul Hindemith zusammen. 1935 erarbeitete sie zusammen mit Peter Gellhorn die Animation „Papageno“. Zwischen 1971 und 1973 schuf Reiniger zahlreiche Scherenschnitte zu den Opern von Mozart. Diese Arbeiten wurden 1988 postum gesammelt als Buch veröffentlicht. Der Nachlaß der 1981 in Dettenhausen verstorbenen Lotte Reiniger, der zum größten Teil im Stadtmuseum Tübingen verwahrt wird, ←224 | 225→dokumentiert das reiche Lebenswerk einer ungewöhnlich innovativen und produktiven Künstlerin.

Der ausgewählte Scherenschnitt zu der Begegnung „Pamina und Papageno“ aus dem ersten Aufzug der „Zauberflöte“ bezieht sich auf eine zentrale Stelle der Oper, die zugleich auch eine zentrale Stelle der Operngeschichte überhaupt ist, weil es sich um ein gleichsam ‚theoretisches‘ Liebesduett handelt, das von zwei Figuren gesungen wird, die selbst nicht ineinander verliebt sind.

An der bildlichen Umsetzung der Szene zeigen sich die Kreativität des Einfalls zu dem Scherenschnittt und die Filigranität der Ausführung zugleich. Daß die Befreiung Paminas aus ihren Marterwerkzeugen eben erst erfolgt ist, zeigt die noch hinter ihr über den Sitz...

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