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Von Musen und Musik: Zu Oper, Libretto und Singspiel

Hans-Albrecht Koch

Das Buch behandelt literarische Texte, die zur Vertonung für musikalischen Vortrag bestimmt waren. Der erste Hauptteil handelt vom deutschen Singspiel des 18. Jahrhunderts, vor allem in seiner österreichisch-süddeutschen, speziell Wiener, Ausprägung. Das Singspiel wählte höfische und bürgerliche Sujets, aber auch Märchenstoffe, und war für ausgebildete Sänger gedacht. Seinen Höhepunkt fand es in der gemeinsamen Arbeit von Emanuel Schikaneder und Wolfgang Amadeus Mozart an der «Zauberflöte» und in Goethes «Zweiter Zauberflöte». Der zweite Hauptteil behandelt die Operndichtungen, die der Wiener Hugo von Hofmannsthal für den Komponisten Richard Strauss schrieb, besonders die symbolträchtige, vielfach an die «Zauberflöte» anknüpfende Oper «Die Frau ohne Schatten» und «Arabella», das letzte gemeinsame Werk beider Künstler.

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„… mich dünkt, Kupfer in einem Buch sollen nie fürs Auge des Kenners seyn“: Die Illustrationen zum Werk von Matthias Claudius

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Selbst der literarisch Bewanderte dürfte Matthias Claudius heute in der Regel nur noch aus ein paar Gedichten und Prosastücken kennen, die unsere Lesebücher und Anthologien tradieren. Dazu gehören vielleicht das bekannte „Abendlied“, das kleine von Franz Schubert vertonte Rollengedicht „Der Tod und das Mädchen“ oder der Brief „An meinen Sohn Johannes“. Auch die zünftige Literaturwissenschaft hat – von wenigen Ausnahmen abgesehen – Matthias Claudius nur selten Aufmerksamkeit geschenkt. Und so ist im allgemeinen Bewußtsein von Laien und Fachleuten der „Wandsbecker Bothe“ nur allzuleicht zum Inbegriff harmloser Naivität, banaler Mondromantik und hausbackener Kalenderfrömmigkeit geworden. Abweichende Stimmen – darunter die von Arthur Schopenhauer, Karl Kraus, Thomas Mann und Peter Suhrkamp – haben das allgemeine negative Urteil kaum zu korrigieren vermocht.1

Wenn nicht alles täuscht, kündigt sich in den letzten Jahren ein bemerkenswerter Wandel in der Beschäftigung mit Matthias Claudius an. Das Klischee von der Harmlosigkeit des Wandsbecker Bothen ist zerstört. Nicht nur der Autographenhandel, der inzwischen Claudius-Briefe zum Preis von 3.000 Euro ausbietet, sondern auch die literaturgeschichtliche Forschung beginnt sich für den Autor zu interessieren. Erst jetzt wird Claudius im Kontext seiner Zeit gesehen, und in der Erforschung der Aufklärung scheint er so etwas wie ein Stein des Anstoßes zu werden. Zwar werden überholte, auf die zeitgenössische Literaturkritik des 18. Jahrhunderts zurückgehende Auffassungen noch ←244 | 245→weiterhin mitgeschleppt, etwa die, daß Claudius sich „vom aufklärerisch-weltzugwandten Dichter zum asketisch-bekennerischen und politisch reaktionären Publizisten“ (Zimmermann S....

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