Show Less
Restricted access

Von Musen und Musik: Zu Oper, Libretto und Singspiel

Hans-Albrecht Koch

Das Buch behandelt literarische Texte, die zur Vertonung für musikalischen Vortrag bestimmt waren. Der erste Hauptteil handelt vom deutschen Singspiel des 18. Jahrhunderts, vor allem in seiner österreichisch-süddeutschen, speziell Wiener, Ausprägung. Das Singspiel wählte höfische und bürgerliche Sujets, aber auch Märchenstoffe, und war für ausgebildete Sänger gedacht. Seinen Höhepunkt fand es in der gemeinsamen Arbeit von Emanuel Schikaneder und Wolfgang Amadeus Mozart an der «Zauberflöte» und in Goethes «Zweiter Zauberflöte». Der zweite Hauptteil behandelt die Operndichtungen, die der Wiener Hugo von Hofmannsthal für den Komponisten Richard Strauss schrieb, besonders die symbolträchtige, vielfach an die «Zauberflöte» anknüpfende Oper «Die Frau ohne Schatten» und «Arabella», das letzte gemeinsame Werk beider Künstler.

Show Summary Details
Restricted access

„Das Veilchen“. Zu Goethes Singspieldichtung „Erwin und Elmire“

Extract

1775 ist Goethes Singspiel „Erwin und Elmire“ zum erstenmal aufgeführt worden. Es war eine Zeitlang eines der bekanntesten Werke einer im 18. Jahrhundert besonders beim bürgerlichen Publikum überaus beliebten theatralischen Unterhaltungsform. Sie ist uns heute, von wenigen Ausnahmen abgesehen, völlig aus dem Gedächtnis geschwunden, obwohl sie in der Operette des 19. und 20. Jahrhunderts nachgewirkt hat und auch in Musical und Revue unserer Tage noch weiterlebt. Zu den Ausnahmen gehören etwa Mozarts Werke „Bastien und Bastienne“, „Die Entführung aus dem Serail“, „Der Schauspieldirektor“, „Die Zauberflöte“ oder Karl Ditters von Dittersdorfs „Doktor und Apotheker“.

Das Singspiel ist von seiner Entstehung her ein Amalgam aus den lustigen Zwischen- oder Nachspielen zu den Haupt- und Staatsaktionen der deutschen Komödiantentruppen und drei musiktheatralischen Formen fremden Ursprungs: der französischen Opéra comique, der italienischen – aus Neapel stammenden, in Venedig aber mit Elementen der Commedia dellʼarte angereicherten Opera buffa – und der englischen Ballad opera. Opéra comique und Opera buffa sind von französischen und italienischen Schauspielergesellschaften im deutschen Sprachraum bekannt gemacht worden. Alle drei Formen haben gemeinsam, daß sie sich parodistisch gegen die an den Hoftheatern gespielte große Oper richten, nach einer gewissen volkstümlichen Einfachheit streben und das Bedürfnis weiter Kreise nach leichten unterhaltenden Theaterstücken erfüllen. Der erwähnte Prozeß der Amalgamierung ist regional sehr verschieden ausgefallen: In ganz grober Einteilung sind wenigstens zwei Entwicklungen gegeneinander abzugrenzen, nämlich eine etwa 1715 beginnende, stark von der Opera buffa...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.