Show Less
Restricted access

Von Musen und Musik: Zu Oper, Libretto und Singspiel

Hans-Albrecht Koch

Das Buch behandelt literarische Texte, die zur Vertonung für musikalischen Vortrag bestimmt waren. Der erste Hauptteil handelt vom deutschen Singspiel des 18. Jahrhunderts, vor allem in seiner österreichisch-süddeutschen, speziell Wiener, Ausprägung. Das Singspiel wählte höfische und bürgerliche Sujets, aber auch Märchenstoffe, und war für ausgebildete Sänger gedacht. Seinen Höhepunkt fand es in der gemeinsamen Arbeit von Emanuel Schikaneder und Wolfgang Amadeus Mozart an der «Zauberflöte» und in Goethes «Zweiter Zauberflöte». Der zweite Hauptteil behandelt die Operndichtungen, die der Wiener Hugo von Hofmannsthal für den Komponisten Richard Strauss schrieb, besonders die symbolträchtige, vielfach an die «Zauberflöte» anknüpfende Oper «Die Frau ohne Schatten» und «Arabella», das letzte gemeinsame Werk beider Künstler.

Show Summary Details
Restricted access

„Aber Goethes ,Zauberflöte‘ wollte ich unbedingt silberweiß auf Dunkelblau drucken.“ Roswitha Quadflieg: Papageno. 14. Druck der Raamin-Presse: Johann Wolfgang von Goethe: „Der Zauberflöte Zweiter Teil“

Extract

Ihr außerordentlich reiches Werk begann Roswitha Quadflieg zunächst als Buchkünstlerin. Das Studium der Malerei und Graphik (1969–1973), zunächst an der Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg, setzte sie im Fach Typographie bei Richard von Sichowsky an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg fort und gründete 1973 ihre eigene Werkstatt.

Zu ihrer diesem Buch als Frontispiz vorangestellten Radierung mit dem Papageno aus Goethes Dichtung „Der Zauberflöte zweiter Teil“ äußerte die Schriftstellerin und Buchkünstlerin sich 2012 in einem Vortrag „Dialog mit dem Raubauge“, den sie auf dem Bremer Kolloquium „Textmetamorphosen: Literarische Werke in neuem Gewand“ hielt1. Sie sagte u.a.:

Meine Metamorphosen sollten […] variieren, mich selbst herausfordern. Meine geistigen und handwerklichen Fähigkeiten. Nicht selten bin ich dabei an die Grenzen des Machbaren gegangen. Des handwerklich Machbaren. Ein Beispiel: Im Buchdruck kann man nicht Weiß auf Schwarz oder Weiß auf eine farbige Fläche drucken, das gibt die Farbe nicht her, sie ‚versuppt‘, sie deckt einfach nicht genug. Aber Goethes „Zauberflöte“ wollte ich unbedingt silberweiß auf Dunkelblau drucken.

Auf dieses dunkelblaue, hauchdünne Japanpapier, für dessen Erwerb ich im Frühjahr 1983 extra nach London fuhr und die Stufen zu Mr. T. N. Lawrenceʼ ‚Paradies‘ hinaufkletterte. Seinem sagenumwobenen Laden, aus dem Drucker und Künstler in aller Welt Ingredienzien für ihre Hexenküchen beziehen. Denn Mr. Lawrence – damals lebte er noch – hatte nicht glauben wollen, dass ich tatsächlich dreitausend Bogen von...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.