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Von Musen und Musik: Zu Oper, Libretto und Singspiel

Hans-Albrecht Koch

Das Buch behandelt literarische Texte, die zur Vertonung für musikalischen Vortrag bestimmt waren. Der erste Hauptteil handelt vom deutschen Singspiel des 18. Jahrhunderts, vor allem in seiner österreichisch-süddeutschen, speziell Wiener, Ausprägung. Das Singspiel wählte höfische und bürgerliche Sujets, aber auch Märchenstoffe, und war für ausgebildete Sänger gedacht. Seinen Höhepunkt fand es in der gemeinsamen Arbeit von Emanuel Schikaneder und Wolfgang Amadeus Mozart an der «Zauberflöte» und in Goethes «Zweiter Zauberflöte». Der zweite Hauptteil behandelt die Operndichtungen, die der Wiener Hugo von Hofmannsthal für den Komponisten Richard Strauss schrieb, besonders die symbolträchtige, vielfach an die «Zauberflöte» anknüpfende Oper «Die Frau ohne Schatten» und «Arabella», das letzte gemeinsame Werk beider Künstler.

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Hugo von Hofmannsthals Essays und Reden zum Theater

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Immer wieder hat der Dramatiker Hofmannsthal sich auch theoretisch zum Theater geäußert und Charakterisierungen der Bühne verfaßt. Sowohl auf dem Theater selbst, wie im Vorspiel zur „Ariadne auf Naxos“, wie in der Lyrik, in Gestalt der Schauspieler-Nachrufe, hat er sich mit der Bühne, ihren Spielregeln, Vorzügen und Grenzen befaßt – vor allem aber in essayistischen Texten. Als er durch Vermittlung Harry Graf Kesslers mit den innovativen Arbeitstechniken des Bühnenbildners und Regisseurs Edward Gordon Craig bekannt geworden war, bestärkte diese Begegnung Hofmannsthals Distanzierung vom naturalistischen Theater und vertiefte seine Beziehung zu Max Reinhardt. Dieser hatte 1903 im Kleinen Theater zu Berlin mit Gertrud Eysoldt als Protagonistin den Einakter „Elektra“ erfolgreich aufgeführt. Im Zusammenhang mit dieser Inszenierung und unter dem Eindruck der Zeichnungen und Entwürfe von Craig schrieb Hofmannsthal 1903 seinen (in der von Christian Morgenstern redigierten Halbmonatsschrift „Das Theater“ veröffentlichten) Essay „Die Bühne als Traumbild“, in dem er Licht und Bühne als einen einheitlichen Raum auffasst: „Vergessen wir doch niemals, daß die Bühne nichts ist, und schlimmer als nichts, wenn sie nicht etwas Wundervolles ist. Daß sie der Traum der Träume sein muß, oder aber sie ist ein hölzerner Pranger, auf dem das nackte Traumgebild des Dichters widerlich prostituiert wird“ (SW XXXIII, 40).

Die zunehmende Neigung zu einem anti-naturalistischen Theater zeigen auch die „Szenischen Vorschriften zu ‚Elektra‘“ (SW XXXIII, 44) aus dem gleichen Jahr, die eigentlich im selben Heft von Morgensterns Zeitschrift „Das...

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