Show Less
Restricted access

Von Musen und Musik: Zu Oper, Libretto und Singspiel

Hans-Albrecht Koch

Das Buch behandelt literarische Texte, die zur Vertonung für musikalischen Vortrag bestimmt waren. Der erste Hauptteil handelt vom deutschen Singspiel des 18. Jahrhunderts, vor allem in seiner österreichisch-süddeutschen, speziell Wiener, Ausprägung. Das Singspiel wählte höfische und bürgerliche Sujets, aber auch Märchenstoffe, und war für ausgebildete Sänger gedacht. Seinen Höhepunkt fand es in der gemeinsamen Arbeit von Emanuel Schikaneder und Wolfgang Amadeus Mozart an der «Zauberflöte» und in Goethes «Zweiter Zauberflöte». Der zweite Hauptteil behandelt die Operndichtungen, die der Wiener Hugo von Hofmannsthal für den Komponisten Richard Strauss schrieb, besonders die symbolträchtige, vielfach an die «Zauberflöte» anknüpfende Oper «Die Frau ohne Schatten» und «Arabella», das letzte gemeinsame Werk beider Künstler.

Show Summary Details
Restricted access

Die Komödien Hugo von Hofmannsthals. Eine Einführung

Extract

Als Wiener, „der sich in charmanter Weise in der Gesellschaft der Weltstadt zu bewegen wußte, der alle Schwächen und Stärken dieser Gesellschaft, allen Glanz und alle Winkelzüge kannte“ (Mauser 1964, S. 218), war Hofmannsthal zum Schreiben von Komödien wie berufen.

Während der meist sich über Jahre erstreckenden Arbeit an seinen Lustspielen – viele Pläne blieben als Fragmente auf der Strecke (SW XXI, XXII) – zog Hofmannsthal oft Freunde, wie Schnitzler, R.A. Schröder oder Kessler, ins Gespräch über den Stoff, las ihnen aus fertiggestellten Teilen vor oder verschickte solche zur Lektüre. Fast immer war er bereit, sich literarische und theaterpraktische Verbesserungsvorschläge zu eigen zu machen.

Kennzeichnend für seine Arbeit war die gleichzeitige Konzeption zahlreicher, sich thematisch überschneidender Werke. Im Herbst 1909 etwa war Hofmannsthal mit den Stücken „Silvia im >Stern< “, „Cristina“, „Der Schwierige“, „Der Rosenkavalier“ und „Lucidor“ befaßt. Von den frühen Komödien an bediente sich Hofmannsthal einer spezifischen Technik im Umgang mit seinen literarischen Vorlagen, die Martin Stern auf den Begriff des „verbergenden Enthüllens“ gebracht hat. Wie fast sein ganzes Werk, beruht auch Hofmannsthals Komödiendichtung auf einem Verfahren der zugleich aneignenden und verfremdenden Adaption seiner Quellen. Zum ersten Mal bis zum Abschluss eines Werks durchgeführt hat Hofmannsthal es bei der Arbeit am „Florindo-/Cristina“-Komplex. „Das neue Schaffensprinzip hatte seine Wurzel in der Spannung zwischen Scham und Lust der Selbstpreisgabe und zeugte von einem wiederhergestellten, aber prekären Gleichgewicht:...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.