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Von Musen und Musik: Zu Oper, Libretto und Singspiel

Hans-Albrecht Koch

Das Buch behandelt literarische Texte, die zur Vertonung für musikalischen Vortrag bestimmt waren. Der erste Hauptteil handelt vom deutschen Singspiel des 18. Jahrhunderts, vor allem in seiner österreichisch-süddeutschen, speziell Wiener, Ausprägung. Das Singspiel wählte höfische und bürgerliche Sujets, aber auch Märchenstoffe, und war für ausgebildete Sänger gedacht. Seinen Höhepunkt fand es in der gemeinsamen Arbeit von Emanuel Schikaneder und Wolfgang Amadeus Mozart an der «Zauberflöte» und in Goethes «Zweiter Zauberflöte». Der zweite Hauptteil behandelt die Operndichtungen, die der Wiener Hugo von Hofmannsthal für den Komponisten Richard Strauss schrieb, besonders die symbolträchtige, vielfach an die «Zauberflöte» anknüpfende Oper «Die Frau ohne Schatten» und «Arabella», das letzte gemeinsame Werk beider Künstler.

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„Ein prunkvoller Epilog“: Zum 100. Geburtstag von Heimito von Doderer

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Der Vater Wilhelm Ritter von Doderer war eine Kraftnatur von überschäumendem Temperament und patriotisch-kaiserlicher Gesinnung. Als Schwiegersohn des Bauunternehmers Heinrich von Hügel, in dessen Wiener Haus Johannes Brahms und der berühmte Chirurg Theodor Billroth verkehrten, hatte er sich beim Bau der bosnischen Eisenbahn und des Kaiser-Wilhelm-Kanals sowie bei der Regulierung des Wienflusses Reichtum und Ansehen erworben. Die Mutter Louise Wilhelmine, genannt Willy [!];, förderte die künstlerische Begabung der Kinder. Der Bruder Immo brillierte auf der Violine; die Schwester Astri malte; die Schwester Helga – sie begegnet später als die unglückliche Gattin des Pista Grauermann in der „Strudlhofstiege“ – war als Sängerin ausgebildet.

Eine normale großbürgerliche Jugendzeit schien Heimo – so wurde sein vom spanischen Jaime hergeleiteter Vorname abgekürzt – bevorzustehen. Am 5. September 1896 als jüngstes Kind der Familie in Wien geboren, erhielt er zu Hause den standesgemäßen Cello-Unterricht und wurde auf ein eher anspruchsloses Gymnasium geschickt. Während im öffentlichen Leben als solche nicht erkannte Gefahren heraufzogen – etwa der Antisemitismus, mit dem der Bürgermeister Karl Lueger das Kleinbürgertum gewann, oder das politische Bramarbasieren des Thronfolgers –, erlebte der heranwachsende Gymnasiast die ersten pubertären Eruptionen. Sie führten seine Wege, statt in die Schule, immer häufiger in die vom Elternhaus gar nicht so weit entfernte Adamsgasse, deren „trojanische Pferdchen“ als Finy und Feverl noch in den „Wasserfällen von Slunj“ (1963) detailverliebt beschrieben werden. Auch erste homosexuelle Erfahrungen kamen hinzu.

Aus Verlegenheit ergriff Doderer nach...

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