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Crowdwork - Herausforderungen einer neuen Form der Beschäftigung für das deutsche Arbeitsrecht

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Benjamin Durst

Mit Crowdwork hat sich ein Markt für bezahlte Arbeit entwickelt, der es Unternehmen ermöglicht, Aufgaben flexibel an externe Arbeitskräfte zu vergeben. Diesem Phänomen geht der Autor nach, indem er zunächst im Rahmen einer allgemeinen rechtsdogmatischen Untersuchung die rechtlichen Beziehungen zwischen Crowdworkern und deren Auftraggebern eingehend analysiert. Im Kern wird sodann der Frage nachgegangen, unter welchen Umständen und in welchem Umfang das Arbeitsrecht nach der geltenden Rechtslage auf die Rechtsbeziehungen zwischen Crowdworkern und ihren Auftraggebern Anwendung findet. Vor dem Hintergrund der gefundenen Ergebnisse werden schließlich Vorschläge unterbreitet, anhand derer de lege ferenda eine Verbesserung der Rechtslage erreicht werden kann.

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F. Grenzüberschreitende Crowdwork

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In den rechtlichen Ausführungen der vorangegangenen Kapitel wurde stets davon ausgegangen, dass sich der Unternehmenssitz der Auftraggeber von Crowdwork-Tätigkeiten in der Bundesrepublik Deutschland befindet und somit deutsches Recht auf die Beziehungen zwischen Crowdworker, Crowdsourcer und Crowdwork-Plattform Anwendung findet.837 Erledigen Crowdworker hierzulande aber Aufgaben für Auftraggeber, deren Unternehmenssitz sich in einem anderen Land befindet, stellt sich die Frage, ob für diese Crowdworker deutsches Recht anwendbar ist und deutsche Gerichte entscheiden können oder ob das Recht des jeweiligen Staates, in dem der Auftraggeber seinen Sitz hat, zur Anwendung kommt.

I. Anwendbares Recht

Bei grenzüberschreitenden Sachverhalten ist das anzuwendende Recht mithilfe der beiden EU-Rom-Verordnungen838 zu bestimmen. Das auf Schuldverhältnisse anwendbare Recht wird dabei durch die Rom I-Verordnung festgelegt.839 Diese ist aus deutscher und europäischer Sicht nicht nur binnenmarktbezogenes, sondern universell geltendes Kollisionsrecht.840 Nach Art. 3 Abs. 1 Rom I-VO steht den Vertragsparteien die Rechtswahl grundsätzlich frei. Daher ist es auch legitim, dass Plattformbetreiber mit Crowdworkern, in der Regel über ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen, das Recht vereinbaren, das am Sitz ←189 | 190→des Unternehmens gilt.841 So gilt etwa bei den Plattformen clickworker und twago deutsches Recht,842 während bei Amazon Mechanical Turk das Recht des US-Bundesstaats Washington,843 oder bei TopCoder das Recht des US-Bundesstaates California844 Anwendung findet.845

Haben die Parteien dagegen keine Rechtswahl gemäß Art. 3 Abs. 1 Rom I-VO getroffen, bestimmt sich das anzuwendende Recht – soweit keine der vorrangigen Regelungen der Art. 5 bis...

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