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Die Vita des Josef Busnāyā

Eine historische Quelle des Nordiraks des 10. Jahrhunderts

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Ralph Barczok

Der Band ist die erste größere Studie zur Vita von Josef Busnāyā. Diese Quelle beschreibt in großem Detailreichtum das alltägliche Leben im 10. Jahrhundert in einem ostsyrischen Kloster und seinem ruralen Umfeld in einer ansonsten schlecht dokumentierten Zeit und Region. Der Autor veranschaulicht das alltägliche Leben im Kloster, seine ökonomische Grundlage und das Verhältnis der Mönche zu ihrem christlichen und nicht-christlichen Umfeld und analysiert es im Kontext seiner historischen Situation. Das Ergebnis ist eine Momentaufnahme mit erstaunlichen Einsichten in das alltägliche, multireligiös geprägte Leben im Nordirak des 10. Jahrhunderts. Allerdings sind diesen durch die Natur der Quelle als hagiographischer Text Grenzen gesetzt.

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6. Das monastische und kirchliche Umfeld des Klosters

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Johannes bar Kaldun beschreibt das Leben des Josef Busnāyā nicht ausschließlich in Form einer chronologischen Darstellung mit einem einzigen Handlungsort. An vielen Stellen berichtet er auch von Mönchen und Heiligen aus anderen Klöstern, die mit Josef Busnāyā in direkter oder indirekter Weise verbunden waren. Eine besondere Rolle spielt in diesem Zusammenhang das siebte Kapitel, in dem Johannes bar Kaldun in zwölf Unterkapiteln kürzere Viten und Anekdoten verschiedener Eremiten, die aus dem Umfeld Josef Busnāyās stammten, beschreibt. Nach eigener Aussage verfasste er sie nach dem Vorbild des Paradieses der Väter. In Unterkapitel 2.3.2 wurde bereits auf die Form des siebten Kapitels als „kollektive Biographie“ hingewiesen. Darunter werden Kompilationen von Biographien – im Falle der Vita des Josef Busnāyā von einzelnen Viten – verstanden, die als Ganzes betrachtet mehr zu ihrem Kontext aussagen können als die jeweiligen Einzelteile. Wichtig sind in diesem Zusammenhang das Prinzip ihrer Zusammenstellung und das Verhältnis zwischen den Gemeinsamkeiten und den Unterschieden der einzelnen Teile. Die Gemeinsamkeiten und das Auswahlkriterium der einzelnen Viten liegen in der Beziehung der dargestellten Heiligen zu Josef Busnāyā. Zu Beginn eines jeden Unterkapitels wird der jeweilige Heilige einem Lehrer zugeordnet, der entweder selbst Lehrer des Josef oder aber Lehrer eines Lehrers des Josef war. Der Unterschied der Einzelviten untereinander ist vor allem der Vorbildcharakter der einzelnen Heiligen für bestimmte monastische Tugenden. Sie dienen so als Beispiele für die von Johannes bar Kaldun dargestellte Lehre. Zu Beginn eines jeden Unterkapitels...

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