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Die Vita des Josef Busnāyā

Eine historische Quelle des Nordiraks des 10. Jahrhunderts

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Ralph Barczok

Der Band ist die erste größere Studie zur Vita von Josef Busnāyā. Diese Quelle beschreibt in großem Detailreichtum das alltägliche Leben im 10. Jahrhundert in einem ostsyrischen Kloster und seinem ruralen Umfeld in einer ansonsten schlecht dokumentierten Zeit und Region. Der Autor veranschaulicht das alltägliche Leben im Kloster, seine ökonomische Grundlage und das Verhältnis der Mönche zu ihrem christlichen und nicht-christlichen Umfeld und analysiert es im Kontext seiner historischen Situation. Das Ergebnis ist eine Momentaufnahme mit erstaunlichen Einsichten in das alltägliche, multireligiös geprägte Leben im Nordirak des 10. Jahrhunderts. Allerdings sind diesen durch die Natur der Quelle als hagiographischer Text Grenzen gesetzt.

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7. Das Kloster als Wirtschaftsbetrieb

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In der Vita des Josef Busnāyā wird – ebenso wie in anderer Literatur aus dem christlich-monastischen Bereich – das Kloster in erster Linie als Ort der Askese dargestellt. Nur selten scheint in den Quellen durch, dass Klöster auch zum Teil florierende Wirtschaftsbetriebe waren, die sich besonders im Bereich der Agrarwirtschaft betätigten. Anders als in Gebieten christlicher Herrschaft oder Dominanz wie im lateinischen Europa, in der byzantinischen Welt, Äthiopien oder im Kaukasus werden die Klöster in der islamischen Welt auch nicht oder nur im sehr geringen Maße durch staatliche oder soziale Strukturen gestützt oder geschützt. Ihr wirtschaftlicher Beitrag, der vor und in der Frühzeit des Islam noch durchaus eine gewisse Rolle gespielt haben mag, nimmt daher im Laufe des Mittelalters ab. Daher spielen sie auch in islamischen Quellen eine geringe Rolle. Der wirtschaftliche Aspekt des mittelalterlichen Klosterlebens ist im Orient aufgrund dieser schwierigen Quellenlage nur selten in den Fokus wissenschaftlicher Arbeit gerückt. Eine Ausnahme ist die Dissertation von Cynthia Villagomez über das Wirtschaftsleben des Klosters von Bēṯ ʿĀḇē, die vor allem das 7. und 8. Jahrhundert behandelt.782 Ähnlich wie das Buch der Vorsteher des Thomas von Margā aus dem 9. Jahrhundert, auf das sich Villagomez hauptsächlich beruft, gibt auch die Vita des Josef Busnāyā einige Details über das Wirtschaftsleben des Klosters preis. Sie sind weder häufig noch umfangreich und sie erfolgen nur dann, wenn der Autor sie für die Gestaltung einer Geschichte benötigt. Dennoch liefern sie wertvolle, wenngleich lückenhafte...

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