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Reisen in der deutschen Literatur: Realität und Phantasie

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Edited By Berta Raposo and Christian Prado-Wohlwend

Die Beiträge in diesem Band beschäftigen sich mit dem Themenkomplex Reise in all seiner Bandbreite, von der imaginierten Reise in phantastische oder reale Länder bis hin zur Niederschrift oder Chronik von Reiseimpressionen. Die Sichtweise des Mittelalters findet genauso Interesse wie die ästhetischen Haltungen des angehenden 21. Jahrhunderts. Die Bildungsreise, der Massentourismus, die imaginäre Reise, die Reiseutopie u. a. kommen in Texten der deutschen Literatur aus mehreren Jahrhunderten zum Ausdruck. Sie ermöglichen es dem Leser und der Leserin, spannende Einblicke in die Literatur des Reisens zu erwerben.
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Erecs âventiure-Fahrten – unterwegs mit got und wîp (Dennis Korus)

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Erecs âventiure-Fahrten – unterwegs mit got und wîp

Dennis Korus

Universität Passau

Abstract: In Hartmann’s Erec, the adventure journey fits into a unique arrangement of religious and erotic aspects. Beside the âventiure as the dominating structure element, Enite, Erecs wife, takes a key position in the narrative, too, because while she gains God’s grace, she also embodies the erotic component. Especially the sequence where the fictional audience interrupts the narrator’s description of Enite’s horse shows the way, Hartmann negotiates the constellation of adventure, avidity and deism.

Keywords: âventiure, travel motif, labyrinth, alterity, double cursus, Arthurian horses

1 Einleitung

Die Position, die dieser – im DieKern mediävistische – Beitrag in einem Band mit überwiegend neugermanistischen Artikeln innehat, lässt sich am ehesten damit begründen, dass hier der Roman eines Autors besprochen wird, der wohl wesentlich früher gelebt hat als die meisten (wenn nicht gar alle) Autorinnen und Autoren, die in den folgenden Abhandlungen besprochen werden. Gemeint ist Hartmann von Aue, ein rîter, der gelêrt was [Übersetzung: ein gelehrter Ritter; Iwein V. 341]. In der Rolle des Gelehrten adaptierte er Chrétien de Troyes’ Roman Érec et Énide und schuf so bekanntlich den ersten deutschsprachigen Artusroman: den Erec. Die zum Erec gehörende und „kaum […] zu überblickende Forschungslandschaft“2 wird im Folgenden nun mittels der – zunächst naiv angewandten – Denkfolie der ‚Reise‘ zumindest in Teilen neu akzentuiert.3 Als Rahmen des Reisemotivs verstehe ich ←25 | 26→dabei...

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