Show Less
Restricted access

Didaktik der beruflichen Fachrichtung Informationstechnik/Informatik

Band 1: Theoriebildung

Series:

Edited By Axel Grimm

Die Didaktik der beruflichen Fachrichtung Informationstechnik/Informatik steht historisch, berufswissenschaftlich und ordnungspolitisch in einem Spannungsverhältnis. Eine auch nur in Ansätzen geschlossene Theoriebildung zu einer Didaktik der Informationstechnik liegt nicht vor. Ausgehend von diesem Desiderat soll mit dieser Veröffentlichung eine erste Lücke geschlossen werden. Ziel dieses Buches ist es, Gegenstandsbereiche vorzustellen, die für eine Theoriebildung einer Didaktik der beruflichen Fachrichtung Informationstechnik/Informatik von Bedeutung sind. Dazu sind Beiträge eingeholt worden, die eine theoretische Einordnung auf verschiedenen Analyseebenen ermöglichen. Band 1 „Theoriebildung" schafft somit ein erstes Fundament, das im Weiteren ausgebaut werden wird. Ziel ist es, der beruflichen Fachrichtung Informationstechnik/Informatik und deren Didaktik ein eigenständiges Profil zu geben, damit sie sich gegenüber dem Status quo emanzipieren kann.

Show Summary Details
Restricted access

Kompetenzanforderungen an IT-Fachkräfte (Michael Tärre)

Extract

Michael Tärre

Kompetenzanforderungen an IT-Fachkräfte

Zusammenfassung: Kompetenzen nehmen die als besonders relevant erachteten Anforderungen aus einem abgegrenzten Handlungs- bzw. Tätigkeitsfeld auf. Zur Identifikation von Kompetenzanforderungen werden Tätigkeitsprofile bzw. Tätigkeitsfelder erfragt (z. B. Befragungen von Mitgliedern von Berufsverbänden, Absolventenbefragungen, Expertenbefragungen) oder ermittelt (z. B. amtliche Statistiken, Sektoranalysen, Fallstudien, Arbeitsprozessanalysen, Experten-Facharbeiter-Workshops, Stellenanzeigenanalysen). Im Beitrag werden Forschungsergebnisse zu Tätigkeitsfeldern und Kompetenzanforderungen an dual ausgebildete IT-Fachkräfte aus dem Zeitraum Anfang/Mitte der 2000er-Jahre mit aktuellen Forschungsergebnissen verglichen sowie aktuelle Entwicklungen skizziert.

Kompetenzbegriff, Domäne und Kompetenzmodell

Ein Zugang auf Kompetenzen ist nicht direkt, sondern nur indirekt über die daraus generierten Handlungen möglich. Die Annahme, aus der Qualität und dem Ergebnis einer Handlung auf die zugrunde liegenden Dispositionen schließen zu können, ist jedoch dann legitim, wenn die Kompetenzbeurteilung nicht nur auf einer einzelnen Handlung, sondern vielmehr immer auf mehreren selbstständigen Handlungen in variablen Situationen, häufig innerhalb einer Domäne, beruht. Die einzelne Handlung wird dabei in Anlehnung an Chomsky (1962) als Performanz bezeichnet. Damit wird der Unterschied betont, der zwischen dem besteht, was das selbstständige Handeln ermöglicht, bedingt und bestimmt und der eigentlichen Handlung selbst. Kompetenz im Sinne von White (1959) ist eine Voraussetzung von Performanz, die das Individuum aufgrund von selbst motivierter Interaktion mit seiner Umwelt herausbildet.

Die OECD (2005, S. 6) definiert Kompetenz als „die Fähigkeit der Bewältigung komplexer Anforderungen, indem in einem bestimmten Kontext psychosoziale...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.