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Strategien des Begehrens: Homotextualität in der deutschen und mexikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts

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Raquel Soledad López Torres

Im Rahmen der Gender und Cross Cultural Studies vergleicht die mexikanische Germanistin Raquel Soledad López Torres im Ausgang von Jacob Stockingers Ansatz zur Analyse von ‹Homotextualität› Werke deutscher und mexikanischer Autoren des 20. Jahrhunderts – Bruno Vogel, Hubert Fichte, Detlev Meyer, Luis Zapata, Raúl Rodríguez Cetina und Luis González de Alba – im Hinblick auf die interkulturell und ‹homotextuell› unterschiedliche literarische Verarbeitung ihrer eigenen sexuellen Identität. Das besondere Augenmerk der Verfasserin gilt dabei nicht nur der Homosexualität als eines literar-ästhetischen Sujets, sondern auch den sozial-historischen Bedingungen, unter denen die Autoren ein zu ihrer Zeit tabuisiertes Thema in ihren verschiedenen Kulturen angesprochen haben. Exemplarisch stellt sie in ihrer Untersuchung jeweils die Modellierung der Figur zweier schwuler Soldaten, die provokative Schreibweise zweier bisexueller Autoren und die (auto-)biographisch heikle Behandlung der Aids-Problematik einander gegenüber. Angesichts der zuletzt vielerorts wieder zunehmenden Homophobie und Xenophobie kommt diese Studie genau zur rechten Zeit, um das Bewusstsein der Leser für die Diskriminierungserfahrung von Minderheiten zu schärfen.

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3 Literarisierung der eigenen Homosexualität in einem homophoben Milieu

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In diesem Kapitel werden Bruno Vogels Roman Alf. Eine Skizze (1929) und Luis Zapatas Erzählung De amor es mi negra pena (1983) verglichen. Es stellt sich gewiss die Frage, was diese Autoren aus zwei völlig verschiedenen Kulturen und deren Texte, die ein Zeitraum von vierundfünfzig Jahren trennt, gemeinsam haben. Kann überhaupt ein Roman mit einer Erzählung verglichen werden? In der Analyse geht es darum, Gemeinsamkeiten beider Texte zu finden, diese darzustellen und zu analysieren.

Interessant für die Autorin dieser Arbeit sind die verschiedenen literarischen Darstellungen der Homosexualität durch Vogel und Zapata. Obwohl jeder in seinem historischen Kontext und seiner Epoche verortet ist, existieren trotz der zeitlichen Distanz gewisse Analogien zwischen beiden Werken. Ferner wurde bis heute zu diesen Texten wenig geforscht. Zwar gibt es kurze Rezensionen, aber keine tieferen Analysen oder Untersuchungen. Umso interessanter ist diese Fragestellung, da beide Werke bislang noch nie miteinander in Verbindung gebracht wurden.

Dieses Kapitel beschäftigt sich zuerst mit Vogels Roman und stellt innerhalb von sieben Absätzen die Erziehung in der Familie und in der Schule, die Religion, der Staat und dessen Gesetze den Erlebnissen und Ansichten der Hauptfigur gegenüber. Danach werden die Konstruktion und die Entwicklung des homosexuellen Protagonisten betrachtet, und zwar ab dem Zeitpunkt, als dieser seine eigene Sexualität infrage stellt, bis er zu dem Schluss kommt, dass er Männer mag und begehrt. Ebenso wird seine erste Liebesbeziehung beschrieben.

Anschließend rücken Aspekte von Zapatas...

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