Show Less
Restricted access

Wirtschaft, Wissenschaft und Weltgeltung.

Die Botanische Zentralstelle für die deutschen Kolonien am Botanischen Garten und Museum Berlin (1891–1920)

Series:

Katja Kaiser

Diese Publikation untersucht die Beziehungen zwischen Wissenschaften und Kolonialismus am Beispiel der Berliner botanischen Einrichtungen. Im Fokus steht die dem Botanischen Garten und Museum angegliederte Botanische Zentralstelle für die deutschen Kolonien. Ihre Tätigkeit bestimmte die Verknüpfung von wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und kolonialpolitischen Interessen. Die Studie beschreibt die Aufgabenbereiche der Botanischen Zentralstelle und die Motive der wichtigsten Akteure. Mit der Untersuchung der botanischen Netzwerke leistet sie einen Beitrag zu transimperialen Ansätzen der Kolonialgeschichtsschreibung. Exemplarische Objekt- und Sammlerbiographien widmen sich außerdem eingehend wissenschaftsgeschichtlichen Aspekten und der Aufarbeitung von Provenienzen kolonialer Sammlungen.

Show Summary Details
Restricted access

Zur Abbildung auf dem Umschlag

Extract

Die zum Photoprojekt „Zenkeri“ von Yana Wernicke und Jonas Feige gehörende Aufnahme zeigt das Wohnhaus der Familie Zenker im Urwald bei Bipindi in Kamerun. Der aus Leipzig stammende Gärtner Georg Zenker begleitete 1889 als Präparator für geologische, zoologische und botanische Zwecke eine vom Auswärtigen Amt initiierte Expedition ins Inland von Kamerun und übernahm dort die Leitung der erst kurz zuvor gegründeten Station Jaunde. Er legte umfangreiche naturkundliche und ethnologische Sammlungen an, die er an das Berliner Botanische Museum, das Museum für Naturkunde und das Ethnologische Museum schickte. Auch nach seinem Ausscheiden aus dem Kolonialdienst 1895 sammelte Zenker weiter für die Berliner Museen und führte eine Plantage für Kaffee, Kakao und Kautschuk in Bipindi in der Nähe von Kribi an der Straße nach Jaunde. Sein Haus beschrieben zeitgenössische Berichte als Museum voller Ethnographica, Herbarien, Tierfelle, Schädel, Photographien und Aquarellskizzen. Heute leben dort seine Nachfahren.

Georg Zenker sammelte über einen außergewöhnlich langen Zeitraum von mehr als 20 Jahren in Kamerun und im Zuge der Beschäftigung mit kolonialen Sammlungen ist Zenker heute von besonderem Interesse als einer der wichtigsten Sammler in Westafrika zur Zeit der deutschen Kolonialexpansion sowohl für aktuelle Forschungen am Berliner Botanischen Museum wie auch am Museum für Naturkunde und am Ethnologischen Museum. In diesen drei Häusern haben sich verschiedene Spuren seiner Sammeltätigkeit erhalten wie Objekte, Zeichnungen und Korrespondenzen. Im Kapitel zur Forschung am Botanischen Museum wird n...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.