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Wirtschaft, Wissenschaft und Weltgeltung.

Die Botanische Zentralstelle für die deutschen Kolonien am Botanischen Garten und Museum Berlin (1891–1920)

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Katja Kaiser

Diese Publikation untersucht die Beziehungen zwischen Wissenschaften und Kolonialismus am Beispiel der Berliner botanischen Einrichtungen. Im Fokus steht die dem Botanischen Garten und Museum angegliederte Botanische Zentralstelle für die deutschen Kolonien. Ihre Tätigkeit bestimmte die Verknüpfung von wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und kolonialpolitischen Interessen. Die Studie beschreibt die Aufgabenbereiche der Botanischen Zentralstelle und die Motive der wichtigsten Akteure. Mit der Untersuchung der botanischen Netzwerke leistet sie einen Beitrag zu transimperialen Ansätzen der Kolonialgeschichtsschreibung. Exemplarische Objekt- und Sammlerbiographien widmen sich außerdem eingehend wissenschaftsgeschichtlichen Aspekten und der Aufarbeitung von Provenienzen kolonialer Sammlungen.

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I. Einleitung

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Als eine Sonderausstellung „ganz im Zeichen des beliebtesten Getränks der Deutschen“1 pries eine hauseigene Vorankündigung die Schau „Kaffee. Ein globaler Erfolg“ an, die von Mai 2013 bis Februar 2014 im Botanischen Museum Berlin sowie in den Gewächshäusern und im Freiland des Botanischen Gartens stattfand. Präsentiert wurden dort unter anderem zwei in Alkohol konservierte Zweige von Kaffeepflanzen, in deren Früchten – Kirschen genannt – sich als Samen die Kaffeebohnen befinden (Abb. 1).2 Auf der Objektbeschriftung war zu lesen, dass es sich bei den Nasspräparaten um Coffea canephora und Coffea liberica handelte. Diese zwei Arten aus der Gattung Coffea propagierten Botaniker Ende des 19. Jahrhunderts als Alternative zu dem bis dahin weit verbreiteten Coffea arabica. Dem Ausstellungskatalog zufolge kam der Arabica-Kaffee ursprünglich aus dem Hochland Äthiopiens und wurde bis 1699 nur im Jemen kommerziell angebaut, bevor die niederländische Ostindien-Kompanie die Monopolstellung der dortigen Kaffeebauern brach und den Anbau von Coffea arabica auf Plantagen in Java begann.3 Später erwies sich Coffea canephora aus Afrika – auch Robusta- oder Tiefland-Kaffee genannt – als besser geeignet für die niedrig gelegenen Plantagen in Asien. Die 1897 beschriebene Art wurde überdies dem kurz zuvor gefundenen, im westafrikanischen Flachland wachsenden Liberica-Kaffee vorgezogen. Wie die Objektbeschriftung erläuterte, zeichnet sich der Robusta-Kaffee durch ein schnelleres Wachstum der in größerer Zahl ausgebildeten Früchte sowie eine bessere Widerstandsfähigkeit gegenüber Hitze, hoher Luftfeuchtigkeit und Krankheiten aus. Heute trägt der in Südostasien, Westafrika und Brasilien angebaute Robusta-Kaffee etwa...

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