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Wirtschaft, Wissenschaft und Weltgeltung.

Die Botanische Zentralstelle für die deutschen Kolonien am Botanischen Garten und Museum Berlin (1891–1920)

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Katja Kaiser

Diese Publikation untersucht die Beziehungen zwischen Wissenschaften und Kolonialismus am Beispiel der Berliner botanischen Einrichtungen. Im Fokus steht die dem Botanischen Garten und Museum angegliederte Botanische Zentralstelle für die deutschen Kolonien. Ihre Tätigkeit bestimmte die Verknüpfung von wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und kolonialpolitischen Interessen. Die Studie beschreibt die Aufgabenbereiche der Botanischen Zentralstelle und die Motive der wichtigsten Akteure. Mit der Untersuchung der botanischen Netzwerke leistet sie einen Beitrag zu transimperialen Ansätzen der Kolonialgeschichtsschreibung. Exemplarische Objekt- und Sammlerbiographien widmen sich außerdem eingehend wissenschaftsgeschichtlichen Aspekten und der Aufarbeitung von Provenienzen kolonialer Sammlungen.

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V. Zooming out: Netzwerke und Kontinuitäten Dachbodenfund 2 – Photographie Plantage Kyimbila

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Im Dachgeschoss des Botanischen Museums beherbergt ein kleiner Raum die hauseigene Sammlung von Photographien. In den Schubladen einiger Schränke sowie in mehreren Archivboxen im Format von etwa A3 finden sich neben Aufnahmen vom Botanischen Garten und Museum in Schöneberg und Dahlem auch Vegetationsansichten aus den deutschen Kolonialgebieten sowie einzelne Photographien, die den Botanischen Garten Victoria in Kamerun und die Gärten anderer Kolonialmächte in den Tropen wie Buitenzorg/Bogor auf Java und Peradeniya in Ceylon/Sri Lanka zeigen. Außerdem gibt es zahlreiche Aufnahmen von tropischen Nutzpflanzen und deren Verarbeitung in Form von Druckseiten aus Publikationen, als Postkarten oder als gerahmte Photographien. In einem der Kartons liegt ein eher unscheinbares, kleinformatiges, loses Photo, welches das Interesse durch eine längere Beschreibung auf der Rückseite weckt. Sie gibt als erstes Aufnahmeort und -jahr an, Plantage Kyimbila, 1912, sowie den Namen einer mehrfach auf dem Abzug zu erkennenden, als Busch wachsenden Pflanze, Landolphia stolzii Busse. Zehn afrikanische Arbeiter mit Hacken, im Halbkreis stehend, bearbeiten den Boden um die Büsche herum. Wie die Aufschrift weiter erläutert, säubern sie ihn von Unkraut und entfernen Gras, damit sich die Ranken von Desmodium hirtum besser ausbreiten können. Erste Recherchen ergeben, dass es sich bei Landolphia stolzii um eine kautschukliefernde Pflanze handelt. Desmodium hirtum Guill. et Perr. ist eine als niederliegender Halbstrauch wachsende Pflanze, die als Bodendecker Unkraut niederhält und als Gründünger diente.1



Abb. 10 Arbeiter auf der Plantage Kyimbila, 1912

Die...

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