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Das Verhältnis von Mensch und Maschine im Werk Heinrich Hausers

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Mirjam Schubert

Diese Monografie ist die erste umfassende literaturwissenschaftliche Analyse des Gesamtwerks des Schriftstellers, Journalisten, Fotografen und Dokumentarfilmers Heinrich Hauser (1901−1955). Im Fokus steht eine für die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts typische Schlüsselfrage nach dem Verhältnis zwischen Mensch und Maschine. Die Autorin beleuchtet das künstlerische Schaffen Hausers vor dem Hintergrund seiner ideen- und kulturgeschichtlichen Provenienz und zeigt, wie Hauser in seinen Werken den allgemeinen Krisendiskurs der Moderne aufgreift. Darüber hinaus liefert die Publikation einen kritischen Einblick in die Biografie eines Vertreters des Literatursystems der Weimarer Republik, der NS-Zeit und des Exils, der sich einer vereinfachenden Kategorisierung der Literaturgeschichte entzieht.

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1. Einleitung

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Zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist das Thema der fortschreitenden Technisierung des menschlichen Lebens allgegenwärtig. Ob in der Zeitung, im Radio, im Fernsehen und erst recht im Internet: Es vergeht kaum ein Tag, an dem in den Medien nicht eruiert wird, was in Zeiten von ‚Industrie 4.0‘, Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz, Pflegerobotern und autonom fahrenden Autos Maschinen mit Menschen machen und umgekehrt. Diese Fragen sind nicht neu, sondern beschäftigen die Menschen, seitdem es Maschinen gibt. Besonders für die Zwanziger- und Dreißigerjahre des 20. Jahrhunderts gilt die Auseinandersetzung mit Technik und Maschinen als zeittypisch. Bekannte Beispiele dafür sind beispielsweise Fritz Langs Film Metropolis, Charlie Chaplins Film Modern Times, Karel Čapeks Theaterstück R. U. R., aus dem der Begriff des ‚Roboters‘ stammt, oder die Darstellung von Maschinen und Technik in der Malerei eines Franz Radziwil.

Ein Autor, dessen Gesamtwerk von den mit Technisierung verbundenen Fragestellungen durchdrungen ist, ist Heinrich Hauser. Er gilt der Literaturgeschichtsschreibung als ein typischer Vertreter der Literatur der Zwanzigerjahre, der sich in seinem künstlerischen Schaffen wie kaum ein zweiter mit zentralen Fragen des technischen Fortschritts und des Verhältnisses zwischen Mensch und Maschine auseinandergesetzt hat. Heinrich Hauser war gewiss nicht der erste Schriftsteller, der sich mit der Frage nach dem Verhältnis von Mensch und Maschine auseinandersetzte. In seinem Werk erreicht die Auseinandersetzung mit diesen Fragen eine Verdichtung und Relevanz, die es lohnenswert erscheinen lässt, genauer hinzusehen.

Hausers Werk, zu dem neben literarischen und journalistischen Texten auch...

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