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Kulturwissenschaftlich-interkulturelle Linguistik

Kommunikationstheoretische Grundlegungen, interkulturelle Dimensionen und fremdsprachendidaktische Perspektiven

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Veronika Elisabeth Künkel

Die enge Verbindung zwischen Sprache und Kultur ist eine Grundidee der kulturwissenschaftlich-interkulturellen Linguistik sowie der Fremdsprachendidaktik. Ausgehend von kommunikationstheoretischen Ansätzen untersucht die Autorin, wie genau sich die Brennpunkte dieser Verflechtung ausgestalten. Darauf basierend erfasst sie systematisch die Voraussetzungen für erfolgreiche, sozial erfolgreiche und selbstbestimmte Kommunikation – auch unter Bedingungen der Fremd- und Mehrsprachigkeit. Die entwickelte interkulturell orientierte Theorie der Kommunikation bildet schließlich die Grundlage für den anwendungsbezogenen Teil der Studie. Dieser zeigt klare Perspektiven für die Sprach- und Kulturvermittlung auf.
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3 Eine interkulturell orientierte Theorie der Kommunikation

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3Eine interkulturell orientierte Theorie der Kommunikation

3.1Sprache – Kommunikation – Kultur: Verflechtungen

Entsprechend den Ausführungen des vorhergehenden Teilkapitels wird nun ausgehend von den Kommunikationstheorien Gerold Ungheuers (s. Kap. 3.1.1) und Jo Reichertz’ (s. Kap. 3.1.2) dargestellt, wie sich die menschliche Regelorientierung (vgl. Busse 2016: 651–652; s. Kap. 2.3.1) aus verstehens-, wie aus handlungsorientierter Sicht gestaltet. Darauf basierend werden die Verflechtungsweisen zwischen Sprache und Kultur in der Kommunikation zunächst für beide Zugänge im Einzelnen näher beschrieben, um diese anschließend auf einer abstrakteren Ebene aufeinander zu beziehen und so ein umfassenderes und neue Perspektiven eröffnendes Bild auf das Problemfeld zu erhalten (s. Kap. 3.1.3).

3.1.1Kommunikation aus verstehensorientierter Perspektive

Ungeheuer setzt in seiner Kommunikationstheorie42 phänomenologischen Traditionen folgend das erfahrende Individuum ins Zentrum und beschreibt dennoch Kommunikation vorrangig als Sozialhandlung, die über die Interaktion der Beteiligten ein zusammengehöriges Ganzes bildet (vgl. Krallmann/Ziemann 2001: 257–258). Dabei kommt dem Gebrauch von Zeichen eine besondere Rolle zu. Diesen unterschiedlichen Dimensionen von Kommunikation widmet er sich in drei Beschreibungsebenen. Unter dem „anthropologische[n]; Aspekt“ (Ungeheuer 2017c: 214) wird zunächst nach der Rolle des Menschen und seiner kommunikativen Erfahrungen gefragt. Daran anschließend rückt das „Problem der Sozialhandlung oder Interaktion“ (Ungeheuer 2017c: 214) unter einer ausgeglichenen Berücksichtigung von Sprecher bzw. Sprecherin ←97 | 98→und Hörer bzw. Hörerin in den Fokus.43 Abschließend wird die Untersuchung von Kommunikation durch die „kommunikationssemantische Seite“ (Ungeheuer 2017c: 230; Hervorh. i. Orig...

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