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Kulturwissenschaftlich-interkulturelle Linguistik

Kommunikationstheoretische Grundlegungen, interkulturelle Dimensionen und fremdsprachendidaktische Perspektiven

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Veronika Elisabeth Künkel

Die enge Verbindung zwischen Sprache und Kultur ist eine Grundidee der kulturwissenschaftlich-interkulturellen Linguistik sowie der Fremdsprachendidaktik. Ausgehend von kommunikationstheoretischen Ansätzen untersucht die Autorin, wie genau sich die Brennpunkte dieser Verflechtung ausgestalten. Darauf basierend erfasst sie systematisch die Voraussetzungen für erfolgreiche, sozial erfolgreiche und selbstbestimmte Kommunikation – auch unter Bedingungen der Fremd- und Mehrsprachigkeit. Die entwickelte interkulturell orientierte Theorie der Kommunikation bildet schließlich die Grundlage für den anwendungsbezogenen Teil der Studie. Dieser zeigt klare Perspektiven für die Sprach- und Kulturvermittlung auf.
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4 Umsetzung: Sprachkulturelles Übersetzen und Fremdsprachenunterricht

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4Umsetzung: Sprachkulturelles Übersetzen und Fremdsprachenunterricht

In der Einführung zur vorliegenden Untersuchung (s. Kap. 1.1) wird darauf aufmerksam gemacht, dass sich nicht nur die Kulturwissenschaftliche und Interkulturelle Linguistik, sondern auch die Fremdsprachendidaktik bereits seit Längerem für den Sprache-Kultur-Nexus interessiert. Im Bereich Deutsch als Fremd- und Zweitsprache widmet sich traditionell die Landeskunde diesem Diskursfeld (vgl. Koreik/Pietzuch 2010: 1441–1442). In den 1980er- bzw. 1990er- Jahren wird zudem mit dem Aufkommen des interkulturellen Paradigmas verstärkt die Sprach- und Kulturvermittlung als eine ineinandergreifende und eng miteinander verbundene Aufgabe begriffen und gefordert (vgl. Roche 2013b: 8). Der interkulturelle Fremdsprachenunterricht gilt damals in der Sprachlehre als „eine neue, die vierte Generation der Fremdsprachendidaktik“ (Roche 2013b).73 Er ist u.a. als Gegenbewegung zum in den 1970er- und 1980er-Jahren dominanten kommunikativen Paradigma zu verstehen, dessen Kommunikationsvorstellung als zu trivial und universalistisch kritisiert wird (vgl. Bredella/Christ 1995: 10; Krumm 2003: 414). Seit Beginn der 2000er-Jahre etablieren sich nun neben den interkulturellen auch kulturwissenschaftliche Ansätze, die Koreik/Pietzuch (vgl. 2010: 1449) zufolge das traditionelle Landeskundekonzept zunehmend zu ersetzen scheinen. Dass eine tatsächlich integrative Sprach- und Kulturvermittlung jedoch kein einfaches Unterfangen darstellt, wird in der nunmehr 30 bis 40 Jahre andauernden Entwicklung interkulturell-kulturwissenschaftlicher Ansätze ebenfalls deutlich. Die aktuellen konzeptuellen Herausforderungen werden bereits in Kap. 1.2.3 nachgezeichnet. Darüber hinaus beklagt Roche (2013b: 8) ein in der fremdsprachendidaktischen Praxis häufig anzutreffendes sehr oberflächliches Verständnis von Interkulturalität, das sich v.a. auf „vergleichende Beschreibungen fremder kultureller Artefakte“ beschränkt. Zudem fänden...

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