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Carl Clemen und die Religionsgeschichte

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Ulrich Vollmer

Carl Clemen (1865–1940) nimmt in der Forschungsgeschichte der Religionswissenschaft einen besonderen Platz ein. Er war der Erste, der das Fach in Deutschland nicht an einer Theologischen, sondern an einer Philosophischen Fakultät vertreten hat. Dieses Buch zeichnet seinen Weg von der Theologie und der Beschäftigung mit den Religionen in der Umwelt des frühen Christentums zu einer historisch-philologisch arbeitenden Religionswissenschaft nach. Vor dem Hintergrund der internationalen Fachgeschichte stellt der Autor seine Beiträge sowohl zur Erforschung einzelner Religionen als auch zur Klärung systematischer Fragestellungen vor. Abschließend verfolgt er seine Tätigkeit nach der altersbedingten Emeritierung im Jahr 1933, die ihn als einen konsequenten Gegner des Nationalsozialismus ausweist.

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Einleitung

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Leben und Werk des Bonner Religionshistorikers Carl Clemen sind bisher noch nicht ausführlich dargestellt und gewürdigt worden. Während Mircea Eliade ihn in einem Atemzug mit Raffaele Pettazzoni, Edwin Oliver James und Gerardus van der Leeuw nannte1 und Clemen in den beiden Auflagen der Encyclopedia of Religions einen eigenen Artikel erhalten hat,2 fehlt ein entsprechender Eintrag in der „Prosopographie I (Ethnologie, Religionswissenschaft, Geschichte)“ im Handbuch religionswissenschaftlicher Grundbegriffe.3 Auch das Nachschlagewerk Die Religion in Geschichte und Gegenwart hat in seiner neuesten Auflage keinen Eintrag zu Carl Clemen,4 der allerdings in den beiden ersten Auflagen vertreten war.5 Jacques Waardenburg listete im zweiten Band seiner Classical Approaches to the Study of Religion wenigstens die wichtigsten Veröffentlichungen von Clemen auf;6 im ersten Band wurde Clemen zwar kurz erwähnt,7 bei den ausgewählten Textauszügen dort fehlt er. In den einschlägigen Darstellungen der Geschichte der Religionswissenschaft begegnet Clemen entweder nicht,8 oder zu ihm ←9 | 10→werden nur ganz elementare Daten mitgeteilt.9 Gustav Mensching hat jedoch in einem Sammelband aus Anlass des 150-jährigen Jubiläums der Universität Bonn Carl Clemen als seinen Vorgänger mit einem kurzen Beitrag gewürdigt.10

In zwei Dissertationen wurden einzelne Aspekte aus Clemens Beschäftigung mit den Religionen in der Umwelt des frühen Christentums behandelt. So hat Gerald Seelig Clemen neben den anderen von Georg Heinrici zur Mitarbeit an dem von ihm geplanten Corpus Hellenisticum in einem eigenen Kapitel dargestellt.11 Ebenfalls in den gleichen Themenkomplex f...

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