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Carl Clemen und die Religionsgeschichte

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Ulrich Vollmer

Carl Clemen (1865–1940) nimmt in der Forschungsgeschichte der Religionswissenschaft einen besonderen Platz ein. Er war der Erste, der das Fach in Deutschland nicht an einer Theologischen, sondern an einer Philosophischen Fakultät vertreten hat. Dieses Buch zeichnet seinen Weg von der Theologie und der Beschäftigung mit den Religionen in der Umwelt des frühen Christentums zu einer historisch-philologisch arbeitenden Religionswissenschaft nach. Vor dem Hintergrund der internationalen Fachgeschichte stellt der Autor seine Beiträge sowohl zur Erforschung einzelner Religionen als auch zur Klärung systematischer Fragestellungen vor. Abschließend verfolgt er seine Tätigkeit nach der altersbedingten Emeritierung im Jahr 1933, die ihn als einen konsequenten Gegner des Nationalsozialismus ausweist.

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3. Religionsgeschichte I: Grundlagen

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Im selben Jahr, in dem Carl Clemen aus der Evangelisch-Theologischen Fakultät in die Philosophische Fakultät wechselte und das Extraordinariat für Religionsgeschichte übernahm, fand sich sein Name auch erstmals unter den Berichterstattern auf dem Titelblatt des Theologischen Jahresberichts. Clemen hatte schon früher, von 1898 bis 1904, in der von Wilhelm Bousset und Wilhelm Heitmüller herausgegebenen Theologischen Rundschau Neuerscheinungen unter dem Stichwort „Apostelgeschichte und apostolisches Zeitalter“ angezeigt.1 Clemens Referat über die religionswissenschaftliche Literatur des Jahres 1910 erschien im nächsten Band des Theologischen Jahresberichts, der allerdings vollständig erst 1913 vorlag. Dem Usus der Zeitschrift folgend, gab es sowohl eine bibliographische Übersicht über Monographien und Aufsätze als auch kurze Bemerkungen zu den Inhalten. Religionsgeschichtliche Literatur war im Theologischen Jahresbericht schon von Anfang seines Erscheinens an regelmäßig angezeigt worden. Ein Blick in die Tradition, in die sich Clemen damit stellte, zeigt zugleich die zunehmende Bedeutung, die der Religionsgeschichte im Laufe der Zeit zukam und die sie im außerdeutschen Bereich schon länger erworben hatte.

Im 1. Band referierte 1882 Bernhard Pünjer, der damals in Jena lehrende erste Herausgeber des Theologischen Jahresberichts, über „Religionsgeschichte, Apologetik, Polemik, Allgemeines“.2 Mit einem eigenen Artikel begegnete die „Religionsgeschichte“ von 1886 an,3 als der in Zürich Altes Testament und Allgemeine Religionsgeschichte lehrende Konrad Furrer unter diesem Titel die Neuerscheinungen des betreffenden Vorjahres anzeigte. Ihm folgte von 1898 an unter dem gleichen Titel der Niederländer Cornelis Petrus Tiele.4 Seine Aufgabe übernahm 1900 der dänische...

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