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Der Weg, die Wahrheit und das Leben

Das Problem des religiösen Pluralismus

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Thomas Park

Seitdem John Hick durch seine pluralistische Position den Weg für eine Annäherung der Religionen geschaffen hat, haben seine Werke viel Aufmerksamkeit von Anhängern und Kritikern erfahren. Dieses Werk setzt sich kritisch mit dem Lebenswerk Hicks auseinander, und vergleicht die Argumente für seine Ansicht mit denen von Perry Schmidt-Leukel, Alvin Plantinga und Karl Rahner. Der Autor legt die Prämissen der vier Positionen offen, und macht deutlich, warum trotz aller berechtigten Kritik die pluralistische Position die plausibelste Antwort auf die Frage liefert, wieso es mehrere Religionen gibt, wenn laut dem NT (nur) Jesus Christus der Weg, die Wahrheit und das Leben ist.

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6. Verteidigung der pluralistischen Religionstheologie

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S.-L. geht auch auf Kritik an der pluralistischen Position ein. Im Folgenden wird dabei nur auf diejenigen Punkte ausführlich eingegangen, die sich in den Abschnitten über Hick so nicht finden lassen.

S.-L. bestreitet, dass der dreieinige Gott eine zutreffende Beschreibung der transzendenten Wirklichkeit an sich sei. So gebe z.B. der belgische Jesuit und römisch-katholische Theologe Jacques Dupuis zu, dass das Wesen Gottes von Menschen nicht direkt verstanden und positiv beschrieben werden könne.499 Eine solche Einschränkung widerspreche aber der Behauptung, die Trinitätslehre sei die beste Beschreibung Gottes. Zwar hält S.-L. – siehe Prämisse 4.3 – affirmative Aussagen über Gott im Sinne von Symbolisierungen menschlicher Gotteserfahrungen für möglich500, die Trinitätslehre entspräche aber gar nicht einer solchen Symbolisierung, weil sie nicht Ausdruck der Gotteserfahrung Jesu, sondern das Ergebnis eines langen Prozesses theologischen Ringens um die richtige Deutung Jesu sei.501

Der pluralistischen Religionstheologie werde oft „vorgehalten, sie nehme einen Standpunkt über allen Religionen, eine Art »Vogelperspektive« oder »God’s eye view«, ein.“502 Eingewendet wird zum einen, dass so eine neutrale Metaperspektive überhaupt nicht eingenommen werden kann. Niemand könne „jenen Überblick über das ganze [haben], der einen zu dem Urteil der Gleichwertigkeit der großen Religionen befähig[t]“503. Zwar sei richtig, dass weder S.-L. noch andere pluralistische Religionstheologen einen neutralen Standpunkt außerhalb des Einflusses jeglicher Religionen einnehmen könnten.504 Im Gegensatz zu dem christlichen Theologen ←121 | 122→Gavin D’Costa glaubt S.-L. aber, dass es unvoreingenommene und allgemeingültige...

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