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Motive der Literatur der Renaissance und die Renaissance als literarisches Motiv

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Wolfgang Beutin

Ein erster Untersuchungsgegenstand dieses Buches sind die Vorstellungen, was die Renaissance sei, wie sie von Autoren des Zeitalters selber stammen und aus der späteren Forschung. Außerdem wird eine Übersicht über die dominierenden Motive angelegt, die sich im Renaissance-Schrifttum nachweisen lassen. Der Abschnitt „die Renaissance als literarisches Motiv" ist der Renaissance-Rezeption vom 17. bis zum 20. Jahrhundert gewidmet, dessen Kennzeichen der Gegensatz der affirmierenden und der negierenden Renaissance-Rezeption ist. Die ‚Revolutionen des Geistes‘ und ihnen verwandte Bewegungen erklärten sich gern zu Erben der Renaissance, wohingegen die Verfechter des Konservatismus aller Art sich der Renaissance entgegenstemmten und in Ablehnung der mit ihr aufgekommenen Ansichten einander überboten.

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Vorwort

Vorwort

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Woher rührt mein Interesse für die Renaissance und ihr Schrifttum? – Nicht zuerst aus der wissenschaftlichen Forschung oder Literaturhistoriographie, sondern aus der Renaissance-Belletristik.

Meine Mutter Charlotte Beutin (geb. 1907) half sich durch die Beschwerlichkeiten der Zeit des 2. Weltkrieges und der Nachkriegszeit vermittels ihrer Lektüre, wobei ich nicht zu sagen weiß, woher sie die Bücher bezog, in die sie sich in ihren freien Stunden vertiefte. Damals sah ich in ihrer Hand eine ältere Ausgabe von Ludwig Tiecks „Vittoria Accorambona“, einen schön gestalteten Band, durch welchen meine Neugier geweckt wurde, die fortan in mir lebendig blieb. Erkundigte ich mich damals, ob die Leserin das Werk mir zugänglich machen würde, wenn sie es ausgelesen hätte, lehnte sie – eher wohl amüsiert als ernstlich – meine Bitte mit dem Hinweis ab, es sei für mich noch zu früh, den Inhalt des Romans zu verstehen. Ich widersprach. Was ich selber gerade las, waren historische Romane, die mir mein Großvater, der Bauamtmann Louis Beutin (Jahrgang 1874) schenkte, Bestandteile nämlich einer Serie von Büchern Walter Scotts, aus der er meinem Bruder und mir schon mehrere Exemplare überlassen hatte … in einer Zeit, in der es in den Läden fast nichts zu kaufen gab, um uns (10 und 11 Jahre alt) eine Freude zu machen. Unter seinen Geschenken befanden sich Titel, die uns bereits in die frühe Neuzeit, in die 2. Hälfte des 15. und die 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts...

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