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Motive der Literatur der Renaissance und die Renaissance als literarisches Motiv

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Wolfgang Beutin

Ein erster Untersuchungsgegenstand dieses Buches sind die Vorstellungen, was die Renaissance sei, wie sie von Autoren des Zeitalters selber stammen und aus der späteren Forschung. Außerdem wird eine Übersicht über die dominierenden Motive angelegt, die sich im Renaissance-Schrifttum nachweisen lassen. Der Abschnitt „die Renaissance als literarisches Motiv" ist der Renaissance-Rezeption vom 17. bis zum 20. Jahrhundert gewidmet, dessen Kennzeichen der Gegensatz der affirmierenden und der negierenden Renaissance-Rezeption ist. Die ‚Revolutionen des Geistes‘ und ihnen verwandte Bewegungen erklärten sich gern zu Erben der Renaissance, wohingegen die Verfechter des Konservatismus aller Art sich der Renaissance entgegenstemmten und in Ablehnung der mit ihr aufgekommenen Ansichten einander überboten.

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Nachwort

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In dem vorliegenden Buche sollten die Vorstellungen dessen präsentiert werden, was unter Renaissance zu verstehen sei, Vorstellungen, die von Autoren der Renaissance selber stammen und aus der späteren Forschung. Ehe der Begriff „Renaissance“ in der Mitte des 19. Jahrhunderts allgemein in Aufnahme kam, galten in der Literatur zur Bezeichnung des Zeitalters außer den italienischen Termini solche wie ‚das Wiederaufleben der Künste und der Wissenschaften‘, womit in erster Linie auf die verstärkte Rezeption des Altertums – der in der Antike hervorgebrachten künstlerischen Schöpfungen und wissenschaftlichen Erkenntnisse – abgezielt wurde. Tatsächlich war die Antike-Rezeption ein Hauptkennzeichen der geistigen Bemühungen in dem gesamten Zeitalter, und sie ist gegenwärtig und bleibt auch künftig als ein Hauptkennzeichen der Renaissance in Erinnerung. Doch weil die Antike einen Zeitraum von mehr als tausend Jahren umfaßte, verbinden sich mit dem Schlüsselwort „Antike“ hierbei viele und vielerlei Vorstellungen, so daß Fragen nicht zu vernachlässigen sind wie diese: Welcher historische Abschnitt der Antike? Antike in welcher Landschaft – bevorzugt in der mittelmeerischen, aber auch in anderen, kontinentalen Regionen? Altertümer aus welchen künstlerischen Sparten? Schriften welcher Fachdisziplinen, Dokumente welcher philosophischen Lehren? usw.

Auch bei der Bearbeitung des Themas „Renaissance“ sind Aufgliederungen erforderlich: Von welchem Jahrhundert, welchem Zeitabschnitt in einem Jahrhundert ist die Rede? Von der Renaissance in welchem Land? Von welcher künstlerischen Disziplin, von welcher Fachwissenschaft, von welcher religiösen, weltanschaulichen, „heidnischen“ Aura künstlerischer Schöpfungen oder welcher Dimension wissenschaftlicher Entdeckungen?

Ferner...

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