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Pflegerische Versorgung alter Menschen

Qualität – Konzepte – Rahmenbedingungen Festschrift für Prof. Dr. Stefan Görres

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Edited By Ingrid Darmann-Finck and Heike Mertesacker

Die Pflege hat eine zentrale Rolle in der Versorgung alter Menschen. Sie trägt dazu bei, dass alte Menschen trotz Einschränkungen, z.B. in der Selbstständigkeit, ein Leben in Würde und Selbstbestimmung führen können. Renommierte Autorinnen und Autoren konkretisieren, welches genau das Ziel der Pflege von alten Menschen sein soll und wie die Qualität in der Langzeitpflege weiterentwickelt und gemessen werden kann. Weitere Beiträge thematisieren Herausforderungen und Konzepte in der spirituellen Begleitung von zu pflegenden Menschen und hinsichtlich des Einsatzes von digitalen Technologien. Schließlich werden rechtliche und qualifikatorische Rahmenbedingungen diskutiert sowie Chancen und Desiderata von Pflegeforschung herausgearbeitet.

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Würde als Qualitätsmerkmal in der pflegerischen Versorgung alter Menschen

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Christiane Luderer / Gabriele Meyer

Die Würde des Menschen ist unantastbar (Art. 1 Abs. 1 Grundgesetz). Würde ist nicht eine einzige Sache, sondern viele. Es kommt darauf an zu verstehen, wie diese vielen Sachen im Leben eines Menschen zusammenhängen. (Almeida Prado (1901) in Bieri (2017))

Der Begriff von Würde, wie er sich im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland findet, ist gesellschaftlich gewachsen und in den Epochen der letzten Jahrhunderte immer auch ein Spiegelbild der Religionen und Kulturen gewesen. Anfänglich von Cicero (Wiseman, 1966) an Bedingungen und Erwartungen an eine bestimmte Lebensweise geknüpft und später an Vernunft gebunden und auf das Seelenleben bezogen (Eisler, 2015), deklariert die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte im Art. 1 den Gleichheitsgrundsatz für alle Menschen (Wagner, 2019).

Würde ist ein moralisches Konstrukt, das an eine hierarchiefreie Wertschätzung einer jeden Person geknüpft ist. Von denen, die anderen Menschen in Würde begegnen möchten, verlangt sie Achtung und Respekt ab. Mit Würde aufeinander zugehen heißt, dem anderen Menschen Bedeutung beizumessen (Eisler, 2015). Eine Begegnung in Würde gehört demzufolge zu den Grund- und Menschenrechten. Sie sollte eine Selbstverständlichkeit sein, wird jedoch immer wieder auf den Prüfstand gestellt und gilt – beim Blick auf den gesellschaftlichen Umgang mit Menschen in besonderen Notlagen oder mit Menschen, deren kognitive oder körperliche Gegebenheiten mit besonderen Herausforderungen verbunden sind – als verletzlich und nur mit Anstrengung herstellbar (Bieri, 2017).

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