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Pflegerische Versorgung alter Menschen

Qualität – Konzepte – Rahmenbedingungen Festschrift für Prof. Dr. Stefan Görres

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Edited By Ingrid Darmann-Finck and Heike Mertesacker

Die Pflege hat eine zentrale Rolle in der Versorgung alter Menschen. Sie trägt dazu bei, dass alte Menschen trotz Einschränkungen, z.B. in der Selbstständigkeit, ein Leben in Würde und Selbstbestimmung führen können. Renommierte Autorinnen und Autoren konkretisieren, welches genau das Ziel der Pflege von alten Menschen sein soll und wie die Qualität in der Langzeitpflege weiterentwickelt und gemessen werden kann. Weitere Beiträge thematisieren Herausforderungen und Konzepte in der spirituellen Begleitung von zu pflegenden Menschen und hinsichtlich des Einsatzes von digitalen Technologien. Schließlich werden rechtliche und qualifikatorische Rahmenbedingungen diskutiert sowie Chancen und Desiderata von Pflegeforschung herausgearbeitet.

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Delegation von Care Work an Arbeitsmigrant*innen aus Osteuropa im Brennglas der Covid-19-Pandemie – Empfehlungen für einen Systemwechsel

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Olivia Dibelius / Gudrun Piechotta-Henze

Die häusliche Versorgung älterer Menschen durch Care Worker*innen aus osteuropäischen Ländern hat sich zu einer dritten, bis heute aber immer noch informellen und illegalisierten Versorgungssäule entwickelt. Ihr Wegbrechen würde eine Lücke mit komplexen Auswirkungen bedeuten, sowohl für die Versorgung der Menschen mit Unterstützungsbedarf als auch für die Lebenssituation der Angehörigen. Im Kontext der Covid-19-Pandemie ist ein solches Worst-Case-Szenario für fast alle Angehörigen, die dieses Modell der Versorgung praktizieren, zumindest in greifbare Nähe gerückt. Die Pandemie hat quasi als Brennglas bereits lange andauernde Defizite in der häuslichen Versorgung und die Verschiebung einer gesamtgesellschaftlichen Zuständigkeit hin zu einer individualisierten Verantwortlichkeit sichtbar gemacht. Deutlich zeigt sich, dass Care Work insgesamt eine produktive und systemrelevante Arbeit ist und als solche anerkannt und wertgeschätzt werden muss. Der Beitrag stützt sich auf eine themenspezifische Literaturrecherche und -analyse sowie qualitative Expert*inneninterviews (n = 7) mit Angehörigen und Berufsvertreter*innen. Die abschließenden Empfehlungen für einen Systemwechsel nach der Krise greifen die Ergebnisse auf und werden durch eigene Positionen erweitert.

Die Covid-19-Pandemie hat weltweit, auch in Deutschland, tiefgreifende und langfristig noch gar nicht absehbare Veränderungen in allen gesellschaftlichen, politischen, ökonomischen, familiären und individuellen Bereichen bewirkt, und zwar mit einer Geschwindigkeit, Intensität und Komplexität, wie es sich wohl niemand hätte vorstellen können. Landesgrenzen wurden geschlossen und Flüge abgesagt, Bundesländer erlaubten keine...

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