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Die Seebilder des Jacob van Ruisdael

Susanne Randhage

Im Mittelpunkt dieser Untersuchung steht die umfassende Analyse der Seebilder Jacob van Ruisdaels. Dabei wird die künstlerische Leistung Ruisdaels unter dem Einfluss sowohl der Natur- und Kunstauffassung als auch der gesellschaftspolitischen Entwicklungen des Goldenen Jahrhunderts (der Niederlande des 17. Jh.) berücksichtigt. Gleichzeitig bietet diese Betrachtung einen Lösungsansatz für die Interpretation bestimmter Bildmotive auf feste Sinnbilder, die in den Meereslandschaften anzutreffen sind. Die Gemälde enthalten emblematische Motive, ähnlich einem Gleichnis, so dass die Bildinhalte und ihre Bedeutung auf vielfältige Weise interpretiert werden können. Darüber hinaus werden weitere spezifische Charakteristika der ruisdaelschen Marinen an den Gemälden selbst exemplarisch herausgearbeitet.

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VI. Katalog mit Bildverzeichnis

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Im Hinblick auf das gesamte Œuvre Jacob van Ruisdaels scheint der zeitlichen Platzierung der einzelnen Marinen zunächst keinerlei tiefere Bedeutung zuge-messen werden zu können. Dies kann aus dem Umstand geschlossen werden, dass er bereits zuvor Landschaften ganz unterschiedlicher Art gemalt und sich auch nach den Seebildern wieder den verschiedensten Landschaften gewidmet hat, gleichsam als seien auch sie nur eine weitere Form der Landschaftsmalerei gewesen. Darüber hinaus sind weder größere Pausen noch Zeiten künstlerischer Untätigkeit belegt. Dessen ungeachtet existieren jedoch einige wenige Aspekte, die den Versuch des zeitlichen Taxierens der Bilder stützen können.248

Einen ersten Anhaltspunkt für eine solch temporale Strukturierung der ruisdaelschen Werke scheint die Farbwahl des Künstlers zu bieten, denn seine frühen Werke der 1640er und 1650er Jahre zeugen, nach direkter Inaugenscheinnahme der Gemälde und manch weiterer Abbildungen bei Slive (2001), im Gegensatz zu den späteren Bildern der 1660er und 1670er Jahre von einer deutlich poly-chromeren Farbverwendung.

Demgegenüber ist als eine auffallende Gemeinsamkeit aller Werke der durchaus raumnehmende Himmel zu benennen. Auch der junge Ruisdael hat diesem schon einen Großteil der Leinwand zugestanden und das bei jeder der von ihm gemalten Landschaftsformen.

Die Häufigkeit der Verwendung von Figuren ist im Hinblick auf eine zeitliche Einordnung der diversen Landschaftsbilder bedauerlicherweise ebenso wenig aussagekräftig, da ihre Zahl starken Schwankungen unterliegt und offensichtlich kein bestimmtes Muster verfolgt wird. In der Konsequenz lassen sich bei Ruisdael sowohl frühe als...

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