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Späte Schriften zur Literatur. Teil 1: Zur Literatur der Moderne und zur Literaturgeschichte

Herausgegeben von Hans-Edwin Friedrich

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Helmut Heißenbüttel

Edited By Hans-Edwin Friedrich

Mit der dreibändigen Jubiläumsedition zum 100. Geburtstag liegen erstmals Helmut Heißenbüttels späte Schriften zur Literatur in gesammelter Form vor. Sie enthält bislang nur verstreut veröffentlichte Texte und zeichnet wesentliche Entwicklungslinien des essayistischen Werks nach.

Im ersten Teil sind Aufsätze zur Literaturgeschichte und zur Moderne zusammengestellt. Er dokumentiert eine fortlaufende Beschäftigung mit einem historischen Bruch, der den Ausgangspunkt für Heißenbüttels eigenes Werk darstellt. Zugleich zeigt er wesentliche Verschiebungen in der Bewertung des Fortschrittsgedankens sowie bislang weniger bekannte Schwerpunktsetzungen in der Beschäftigung mit Kurt Schwitters sowie Autoren der konservativen Moderne auf. Er versammelt Schriften u.a. zu Carl Einstein, Arnold Schönberg, Rudolf Borchardt und Max Kommerell. Erstmals sind auch alle Beiträge zu Ernst Jünger aufgenommen.

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Schreibweisen der Moderne

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Im Bereich der Malerei und Plastik, aber auch in dem der Musik sind eine Reihe derjenigen, die im 20. Jahrhundert zeitweise vergessen oder verfemt waren, heute zu Klassikern geworden: Piet Mondrian, Marcel Duchamp, Max Ernst, Kurt Schwitters, Eric Satie, Charles Ives, Arnold Schönberg usw. Gilt das gleiche auch für die Literatur? Wer kennt wirklich heute das Werk von Arno Holz, Gertrude Stein, Ezra Pound, André Breton, Antonin Artaud? Als Maler sind Kurt Schwitters, Hans Arp oder auch Henri Michaux Klassiker; aber als Schriftsteller? Besteht die gleiche Wirkung, ja auch nur die gleiche Wirkungsmöglichkeit?

Vielleicht gibt es in den Vereinigten Staaten von Vachel Lindsay, Ezra Pound, Edward Estlin Cummings über Wallace Stevens, William Carlos Williams, Kenneth Patchen und die Beatniks das Bewußtsein einer solchen Tradition, sind in Frankreich die Anregungen der Surrealisten noch immer spürbar, aber wie ist es mit Benjamin Péret? Aber wie ist es im ganzen?

Vielleicht liegt es an der Verbreitung und Präsentation. Bilder werden in Museen gezeigt und geordnet, Ausstellungen diskutiert, Musikstücke gibt es gelegentlich im Konzert und zahlreich auf Schallplatten (Schönberg und Ives sind durch Schallplatten gegenwärtig). Aber Bücher? Wer liest sie noch? Wer lebt noch mit ihnen? Wer kann sagen, daß er das Klima dieser oder jener Texte aus seinem Leben nicht wegdenken kann? Wo ist auch nur der Ansatz von Wirkung?

Diese eher resignierenden Fragen leiten auf eine Ausgabe hin, die nun für den deutschen Sprachraum...

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