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Wort- und Formenvielfalt

Festschrift für Christoph Koch zum 80. Geburtstag. Unter Mitarbeit von Daniel Petit

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Edited By Anna Jouravel and Audrey Mathys

Die Festschrift ehrt Christoph Koch, Professor für Vergleichende und Indogermanische Sprachwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Zu seinem 80. Geburtstag vereint der Band wissenschaftliche und persönliche Beiträge von Kollegen, Schülern und Freunden. Sie umfassen verschiedene Bereiche der historischen und modernen Sprachwissenschaften wie der Indogermanistik, der Byzantinistik, der Slavistik oder Baltistik, greifen kunsthistorische und editionsphilologische Fragestellungen auf und spiegeln somit das breite Spektrum der Interessens- und Forschungsgebiete des Jubilars wider.

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Das Mönchsgewand des Erzengels Michael und die slavische apokryphe Erzählung O tiveriadskom more

Daria Coșcodan

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In seiner Veröffentlichung von 1977 (“R.-ksl. bystъ poskomlenъ?”) beweist Professor Christoph Koch, dass die Form byst poskomlen, die in der frühesten Version der apokryphischen Erzählung O tiveriadskom more vorkommt, als eine Bezeichnung für das Mönchsgewand des Erzengels Michael verstanden werden soll – ein ungewöhnliches Motiv, welches einer Erhellung bedarf. Die vorliegende Studie wird sich mit diesem Motiv beschäftigen und weitere Beispiele aus der apokryphen Literatur sowie von ikonographischen Darstellungen untersuchen.

 

Auch wenn die Bibel keinen klaren Bericht über den Engelssturz bietet, so findet man doch kurze Anspielungen auf dieses Ereignis im Buch Jesaja 14:12, Hesekiel 28:15, Lukas 10:18, 2 Petrus 2:4, Judas 6 und, am ausführlichsten, in der Offenbarung des Johannes 12:7–9. Die Rolle des Erzengels Michael während der Niederwerfung des Teufels und seiner Engel ist jedoch lediglich in der letzterer zu finden. Deutlich reicher an Erläuterungen zu diesem Ereignis ist die apokryphe und patristische Literatur, die den Status Michaels als Archistrategos des himmlischen Heeres und als Drachenbesieger festigt (Rohland 1977, 34–73, 141). Dieser Tradition folgend wurde der Engelsturz zu einem wesentlichen Bestandteil des Michael-Kults. Nach dem Vorbild der Triumphalikonographie2 wurde der Erzengel daher in der bildenden Kunst in Militärkleidung dargestellt (Gabelić 1993, 65–74).

Bereits im 11. und 12. Jahrhundert wurde der Engelsturz in die byzantinischen Ikonen integriert, die die Taten des Erzengels Michael abbilden, sowie in die Darstellungen des Jüngsten Gerichts. Diese wurden ihrerseits...

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