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Wort- und Formenvielfalt

Festschrift für Christoph Koch zum 80. Geburtstag. Unter Mitarbeit von Daniel Petit

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Edited By Anna Jouravel and Audrey Mathys

Die Festschrift ehrt Christoph Koch, Professor für Vergleichende und Indogermanische Sprachwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Zu seinem 80. Geburtstag vereint der Band wissenschaftliche und persönliche Beiträge von Kollegen, Schülern und Freunden. Sie umfassen verschiedene Bereiche der historischen und modernen Sprachwissenschaften wie der Indogermanistik, der Byzantinistik, der Slavistik oder Baltistik, greifen kunsthistorische und editionsphilologische Fragestellungen auf und spiegeln somit das breite Spektrum der Interessens- und Forschungsgebiete des Jubilars wider.

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Zetermordio, Fürio, hallo und βοήθεια

Michael Meier-Brügger

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Today the police and fire brigade are responsible for an emergency call. Since Proto-Indo-European times, the neighbours were obliged to come to the rescue, especially in the case of murder and conflagration. After an overview of emergency calls from today to ancient times, especially in the Greek epics, Ancient Greek βοήθεια ‘help’ is in focus.

1.S.O.S. (< „Save Our Souls [Our Ship]“), (zu) Hilfe und Alarm (< „zu den Waffen“) sind heute gebräuchliche Hilferufe bei akuter Gefahr, sei es bei Schiffbruch, bei einem Unfall, bei einem Einbruch u.a.m. Wer einen solchen Notruf hört, ist verpflichtet (sollte verpflichtet sein), unverzüglich der Person (den Personen), die ruft (rufen), zu Hilfe zu eilen und zu helfen.1

2.Geht man in der Zeit zurück, so trifft man auf der Suche nach Not- und Hilferufen im deutschsprachigen Raum bald – im Fall der Bedrohung des Lebens – auf den eindringlichen Notschrei Mordio (auch Zeter Mordio u.ä.), nachdrücklich verlängert um lautstark überdehntes -iō (DWDS s. mordio und Zeter). In der deutschsprachigen Schweiz kommt – bei bedrohlicher Feuersbrunst – Fürio (auch Füürioo geschrieben) dazu (-ü- alemannisch monophthongiert, entspricht dem in Deutschland veralteten Feurio) (Gallmann 2009 s.v.; DWS s.v.). Übrigens: Wenn auch verdunkelt, muss auch die heute noch gebräuchliche Interjektion hallo ebenfalls dazu gestellt werden. Sie ist eigentlich Imperativ „hol(oo)“ als Zuruf „hol über“ zum Fährmann (zu holen, althochdeutsch holōn, aber auch halōn) mit im Zuruf gedehnter Endsilbe (Paul 1992 s.v.).

3.In der homerischen...

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