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Erlebnisse und Tourismus

Ergebnisse der 4. Deidesheimer Gespräche zur Tourismuswissenschaft

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Edited By Christian Eilzer, Manfred Dörr and Sylvia Müller

Erlebnisse und Erlebnisprodukte sind im Zuge gesellschaftlicher Veränderungen und gestiegener Qualitätsansprüche der Gäste auch im Tourismus zusehends in den Fokus der Betrachtung gerückt. Viele Anbieter versuchen, ihren Gästen Erlebnisse von Erlebnisgastronomie über Naturerlebnisse bis hin zu künstlichen Erlebniswelten zu bieten. Die Beiträge der „4. Deidesheimer Gespräche zur Tourismuswissenschaft" in diesem Sammelband beleuchten das Thema „Erlebnisse und Tourismus" aus verschiedenen Perspektiven etwa von Touristen, Destinationen oder Reiseveranstaltern. Dabei werden zudem Modelle der Erlebnisgenese und -bewertung vorgestellt, empirische Befunde zum Destinationserlebnis präsentiert sowie Aspekte zum Erlebnismarketing behandelt.

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Erlebnisorientierung im New Urban Tourism – Spurensuche am Beispiel Berlin

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1.New Urban Tourism fördert Aufenthalte abseits ausgetretener Pfade

Der Städtetourismus zählte in den letzten 25 Jahren zu den sehr dynamisch wachsenden Segmenten in Deutschland (Kagermeier 2008, 18ff.). Während die Übernachtungen (in gewerblichen Übernachtungseinrichtungen) im Bundesdurchschnitt „nur“ um 30 % zugenommen haben, stiegen diese in den Großstädten (ab 100.000 Einw.) im gleichen Zeitraum um 160 %. In Berlin, das unter den größeren städtetouristischen Destinationen in Deutschland die größten Zuwachsraten aufwies, betrug der Anstieg sogar 320 % (vgl. Abb. 1).



Abb. 1: Entwicklung der indizierten Übernachtungen in Deutschland, deutschen Großstädten und Berlin von 1993 bis 2017

Quelle: Statistisches Bundesamt 2018

Die dynamische Entwicklung der städtetouristischen Nachfrage ist neben den klassischen kulturorientierten Städtetouristen – welche ebenfalls auf die „Treiber“ des Wachstums reagieren, wie z. B. die Angebote der Low Cost Carrier – auch geprägt von weiteren, meist jüngeren Zielgruppen als Nachfrager. Diese sind weniger (prioritär) auf die traditionellen (hoch-) kulturellen Angebote (Museen, Ausstellungen, Theater, Konzerte, etc.) ausgerichtet.

Lange Zeit wurde im Städtetourismus konstatiert, dass sich die Besucher entlang der sog. „Straße der Ameisen“ (Keul/ Kühberger 1996) in engen Bahnen bewegen und dabei meist innerhalb der sog. „Tourist Bubble“ (Judd 1999; Urry 2002) verbleiben. Diese wird meist vom historischen Kern der Städte gebildet, der funktional stark auf auswärtige Besucher ausgerichtet ist und in dem sich die klassischen Attraktionen des kulturorientierten St...

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