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Kleine Schriften Antike – Spätantike – Neuzeit – Fachdidaktik

Analysen griechischer und römischer Texte, Aspekte ihrer Rezeption und Transformation, Übersetzungen lateinischer Texte und Gedanken zur didaktischen Umsetzung

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Dietmar Schmitz

Die vorliegende Sammlung Kleiner Schriften (die auch zahlreiche bisher unveröffentlichte Beiträge enthält) vermittelt für den Sprach- und Ethikunterricht – und darüber hinaus für alle an europäischer Kultur Interessierten – vielseitige Anregungen. Die Einteilung der Veröffentlichungen erfolgt dabei in die Klassische Antike, Spätantike und Mittelalter, Neulateinische Literatur sowie Fachdidaktik.

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II.5. Die Bildersprache in den Werken des Salvian von Marseille, in: Orpheus (Rivista di umanità classica e cristiana) 1991, 492–509

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Erst seit Ende des 19. Jahrhunderts haben die Medizinhistoriker den Schriften der Kirchenväter Beachtung geschenkt. Insbesondere A. v. Harnack leistete in seinem Buch Medicinisches aus der älteren Kirchengeschichte1 zur Erforschung der christlichen Texte auch unter dieser Thematik einen bedeutenden Beitrag. Danach sind einige Monographien und Aufsätze zu einzelnen Kirchenvätern zu diesem Thema erschienen, etwa zu Eusebios von Caesarea, Gregor von Nazianz, Gregor von Nyssa, aber auch zu Cyprian, Laktanz, Ambrosius und Augustinus2.

Die folgende Untersuchung befasst sich mit den medizinischen Aussagen3 in den Werken des Salvian von Marseille, da ihm bisher unter diesem Gesichtspunkt keine Aufmerksamkeit zu Teil wurde4. Salvian, der wohl um die Wende ←325 | 326→des vierten zum fünften Jahrhundert geboren ist und über dessen Herkunft keine genaue Vorstellung herrscht – er scheint entweder aus dem östlichen Gallien oder aus Germanien zu stammen5 – war kein Arzt6 (wie dies praktisch bei allen Kirchenvätern der Fall war), und Aussagen zur Medizin in seinem Werk sind nicht so vielfältig wie etwa bei Eusebios von Caesarea7. Eine Analyse von zum Thema Medizin relevanter Passagen ermöglicht, ihn unter diesem Aspekt in die Reihe der anderen Kirchenväter einzuordnen und etwa sein Verständnis von Christus als Arzt kennenzulernen.

Zunächst werden Aussagen Salvians zur Diätetik untersucht. Dabei ist zu beachten, dass man darunter in der antiken Medizin nicht nur die Nahrung verstand, sondern die gesamte Lebensführung berücksichtigte8. Salvian weist in seinem Hauptwerk De gubernatione Dei auf die Tatsache hin, dass...

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