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Kleine Schriften Antike – Spätantike – Neuzeit – Fachdidaktik

Analysen griechischer und römischer Texte, Aspekte ihrer Rezeption und Transformation, Übersetzungen lateinischer Texte und Gedanken zur didaktischen Umsetzung

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Dietmar Schmitz

Die vorliegende Sammlung Kleiner Schriften (die auch zahlreiche bisher unveröffentlichte Beiträge enthält) vermittelt für den Sprach- und Ethikunterricht – und darüber hinaus für alle an europäischer Kultur Interessierten – vielseitige Anregungen. Die Einteilung der Veröffentlichungen erfolgt dabei in die Klassische Antike, Spätantike und Mittelalter, Neulateinische Literatur sowie Fachdidaktik.

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II.6. Moribus antiquis res stat Romana – Römische Wertbegriffe bei christlichen und heidnischen Autoren der Spätantike, in: Forum Classicum Heft 1, 2003, 27–41

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Präsident G.W. Bush beendete seine Rede vor dem amerikanischen Kongress am 21.9.2001 folgendermaßen: „Der Verlauf dieses Konflikts ist noch ungewiss, aber sein Ausgang ist sicher. Freiheit und Angst, Gerechtigkeit und Grausamkeit befinden sich stets im Krieg, und wir wissen, dass Gott in ihrem Kampf kein neutraler Beobachter ist. Meine Mitbürger: Wir werden der Gewalt mit geduldiger Gerechtigkeit begegnen – in dem sicheren Bewusstsein, dass unser Anliegen richtig ist, und im Vertrauen auf kommende Siege. In allem, was vor uns liegt, möge Gott uns Weisheit schenken; und möge ER über die Vereinigten Staaten von Amerika wachen.“1

G. Bush benutzt in seiner Rede Schlüsselbegriffe wie Freiheit, Gerechtigkeit, Geduld, Weisheit, Vertrauen und Gott, Begriffe, die bereits in der Klassischen Antike und in der Spätantike ihren Ursprung haben und seither immer wieder benutzt, häufig genug aber auch missbraucht wurden.

In einem ersten Abschnitt versuche ich die Wahl dieses Themas zu begründen, danach werde ich mich allgemein zu römischen Wertbegriffen äußeren, um schließlich drei besonders wichtige Wertbegriffe näher zu beleuchten: fides, pietas und virtus. Deren Verwendung in der Spätantike kann man indes nur dann wirklich begreifen und einordnen, wenn die Bedeutungsvielfalt dieser Begriffe von der Frühzeit an bekannt ist. Da in zahlreichen Texten und in verschiedenen literarischen Genera immer wieder Wertbegriffe Verwendung finden, muss eine Auswahl getroffen werden – vor allem im Hinblick auf die große Zahl der Belegstellen.2 Eine ausführliche Behandlung ist im Rahmen...

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