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Kleine Schriften Antike – Spätantike – Neuzeit – Fachdidaktik

Analysen griechischer und römischer Texte, Aspekte ihrer Rezeption und Transformation, Übersetzungen lateinischer Texte und Gedanken zur didaktischen Umsetzung

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Dietmar Schmitz

Die vorliegende Sammlung Kleiner Schriften (die auch zahlreiche bisher unveröffentlichte Beiträge enthält) vermittelt für den Sprach- und Ethikunterricht – und darüber hinaus für alle an europäischer Kultur Interessierten – vielseitige Anregungen. Die Einteilung der Veröffentlichungen erfolgt dabei in die Klassische Antike, Spätantike und Mittelalter, Neulateinische Literatur sowie Fachdidaktik.

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III.3. Juan Ginés de Sepúlveda, Beobachtungen zum Prooemium des Dialoges über die gerechten Kriegsgründe (Originalbeitrag)

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Der Untergang der Kulturen der indigenen Bevölkerung1 nach der Eroberung beziehungsweise Entdeckung Amerikas fand ihren Widerhall in zeitgenössischen Texten2. Zwei herausragende Kontrahenten waren Bartolomé de Las Casas (1484–1566) und Juan Ginés de Sepúlveda (1490–1573), die beide über eine sehr gute Bildung verfügten und sich auf dieselben Autoritäten beriefen. Bekannt wurde vor allem die Kontroverse zwischen den beiden Personen, die 1550/1551 geführt wurde und in der es um die Rechtmäßigkeit von Kriegen gegen die indigene Bevölkerung ging. Sepúlveda wurde durch die Veröffentlichung einiger Schriften zur Eroberung der Spanier bekannt, vor allem durch den Tratado sobre las justas causas de la guerra contra los Indios/Dialog über die gerechten Kriegsgründe. Als Textgrundlage habe ich nicht den spanischen Text gewählt, sondern die lateinische Fassung3. Als weitere wichtige Werke Sepúlvedas seien folgende genannt: De convenientia militaris disciplinae cum christiana religione dialogus, qui inscribitur Democrates, Rom 1535; De rebus gestis Caroli V. sowie der bereits genannte Text Dialogus, qui insribitur Democrates secundus, de iustis belli causis, 1543–1545. Die Grundsatzdebatte über die Kriegsgründe fand 1550 in der damaligen Hauptstadt Valladolid statt. Zuhörer waren viele einflussreiche und maßgebende Theologen, Juristen und Vertreter des Staates. Hauptaufgabe dieser Versammlung war es, gültige Rechtsgrundsätze zu formulieren, die die Verbreitung des Christentums in den von Spanien eroberten Gebieten ←507 | 508→regelten. Sowohl Sepúlveda als auch Las Casas präsentierten vor dem beschriebenen Zuhörerkreis in Reden ihre Haltung zur...

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