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Kleine Schriften Antike – Spätantike – Neuzeit – Fachdidaktik

Analysen griechischer und römischer Texte, Aspekte ihrer Rezeption und Transformation, Übersetzungen lateinischer Texte und Gedanken zur didaktischen Umsetzung

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Dietmar Schmitz

Die vorliegende Sammlung Kleiner Schriften (die auch zahlreiche bisher unveröffentlichte Beiträge enthält) vermittelt für den Sprach- und Ethikunterricht – und darüber hinaus für alle an europäischer Kultur Interessierten – vielseitige Anregungen. Die Einteilung der Veröffentlichungen erfolgt dabei in die Klassische Antike, Spätantike und Mittelalter, Neulateinische Literatur sowie Fachdidaktik.

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IV.3. Eine Lanze gegen Cäsar – Alternativen zu Cäsars Bellum Gallicum, in: Anregung 45, 1999, 32–40

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Im folgenden Plädoyer werden die Gründe für und gegen die Lektüre von Caesars Bellum Gallicum erörtert und einer kritischen Sicht unterzogen, und zwar aus heutiger Perspektive (1998). Bekanntlich ändern sich die Positionen und Ideen in der heutigen Zeit sehr schnell, sodass die von F. Maier 1983 vorgestellte Studie „Caesar im Unterricht“1 einer erneuten Revision bedarf. Auch sind die Bildungsziele, die mit einem Fach verbunden sind, stets neu zu befragen und zu prüfen, gegebenenfalls zu revidieren. Da im vorliegenden Aufsatz die Lektüre der oben genannten Schrift aus verschiedenen Gründen abgelehnt wird, muss auf Alternativen hingewiesen werden, wenn auch in gebotener Kürze. Diese Gedanken sollen wieder einmal dazu anregen, über Funktion und Berechtigung der Caesar-Lektüre zu reflektieren.

Es wird behauptet, Caesar sei eine faszinierende Gestalt durch die Jahrhunderte, er verkörpere europäische Tradition, vereinige menschliche Größe, verfüge über eine „exzellente Rhetorik und eine brillante Kunst der schriftlichen Darstellung“2, er sei in einer spezifischen römischen Art aktiv; der politische Wille Caesars werde in Sprache umgesetzt, und seine Darstellung sei tendenziell, was sich am besten am Originaltext nachweisen lasse3, der Schüler könne Caesar als historische Persönlichkeit erfassen, zumal wenn die Wirkungsgeschichte miteinbezogen werde, an seiner Person sei ein abendländischer Menschentypus zu erkennen, die Lektüre biete Einblicke in das Wesen alter Völker und ihrer Wertvorstellungen; F. Maier fährt ebenda fort: „Die Caesar-Lektüre erweist sich zudem für die sp...

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