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Über die Anfänge des Denkens − Kognition und Siedlung

Soziologie der Steinzeit – von der Höhlenmalerei zum Göbekli Tepe

Lars Hennings

Diese Studie sammelt Thesen für eine interdisziplinäre Forschung der Soziologie als Leitwissenschaft zur Erkundung der Steinzeit. Nach Ankunft des Homo sapiens von Afrika nach Westeuropa beginnt nach dessen biologischer Stabilisierung seine weitere Formung als sozialer, sich selbst verändernder Prozess. Die Artefakte zeigen zu Beginn einen sehr schlichten Typus, der sich eben erst von Homo erectus und neanderthalensis entfernt. Die humanen Veränderungen folgen nicht mehr der Darwinschen Zuchtwahl. Bald entstehen, bei wildbeuterischer Lebensweise, feste Siedlungen, die die Sozialität ausweiten, eine Sprech-Sprache fördern und mit den Anfängen des Denkens eine frühe traditionale Logik ausbilden, die über Sumer, Griechenland ins europäische Denken führt.

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Sich selbst verändernder Prozess

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Historische Re-Konstruktion für jene frühe Zeit knüpft an der Quelle Mensch an, und dort an der nachgeburtlichen Ontogenese. Analog wie ein Kind vieles Lernen muss, bevor es Sprechen kann, mussten die aus dem Tierischen evolutiv, d. h. biologisch/ genetisch entstandenen Urmenschen (etwa der Gattung Australopithecus) und dann die Frühmenschen der Gattung Homo in ihrem historischen Werden Geist und Sprache erstmals ausbilden; der Tier-Mensch-Übergang wurde seither bei Homo sapiens zur sozialen Phylogenese. Nur die Re-Konstruktion ihres Erwerbs erlaubt die Beantwortung der elementaren Frage, wie anstelle einer bloßen Setzung oder Behauptung der Sprache als den Menschen immer schon gegeben, deren Erwerb möglich wurde. Dazu ist der Prozess zu analysieren, wie Sprache entstand. Vor allem, ob sie aus tierischen Lauten sich bilden konnte, oder ob Zeigen, Zeichen geben und dann die Gebärde als kognitive Vorbereitung nötig waren, wie Michael Tomasello es begründet. (2011) Und ob es damit verbunden biologische Veränderungen im Gehirn noch im frühen Jung-Paläolithikum geben musste.

Von entscheidender Bedeutung zum Verständnis des von mir gemeinten Prozesses ist dabei, ihn als einen „sich selbst verändernden Prozess“ zu sehen, begründet auf einer Prozesslogik, (Dux, 2008) die sich erst mit den Naturwissenschaften entwickeln konnte. Die Archäologie macht es vor: sie gräbt absteigend Schritt für Schritt an einem Fundort in die tieferen Schichten, die dabei zerstört werden, analysiert und dokumentiert alles, und beschreibt dann aufsteigend den dort stattgefundenen historischen Prozess. Zu unterscheiden ist...

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