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Über die Anfänge des Denkens − Kognition und Siedlung

Soziologie der Steinzeit – von der Höhlenmalerei zum Göbekli Tepe

Lars Hennings

Diese Studie sammelt Thesen für eine interdisziplinäre Forschung der Soziologie als Leitwissenschaft zur Erkundung der Steinzeit. Nach Ankunft des Homo sapiens von Afrika nach Westeuropa beginnt nach dessen biologischer Stabilisierung seine weitere Formung als sozialer, sich selbst verändernder Prozess. Die Artefakte zeigen zu Beginn einen sehr schlichten Typus, der sich eben erst von Homo erectus und neanderthalensis entfernt. Die humanen Veränderungen folgen nicht mehr der Darwinschen Zuchtwahl. Bald entstehen, bei wildbeuterischer Lebensweise, feste Siedlungen, die die Sozialität ausweiten, eine Sprech-Sprache fördern und mit den Anfängen des Denkens eine frühe traditionale Logik ausbilden, die über Sumer, Griechenland ins europäische Denken führt.

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Ab wann ist Sapiens primär sozial?

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Die Behauptung, die Sozialwissenschaften seien die Grundlage für die Analyse des Homo sapiens, nicht die Naturwissenschaften, führt zur Frage, seit wann unsere Art im biologischen Sinn – mit Darwin – stabilisiert ist, sich seine körperliche Konstitution nicht mehr grundlegend ändert. Eine Art/ Spezies ist generell stabil, sagt uns die Biologie, sonst entstünde eine neue, oder sie stirbt aus. Ob es heute bei Menschen biologische Veränderungen durch bedeutende Mutationen der Gene gibt, kann derzeit wohl nicht bestimmt werden, auch weil die großen Ausleseprogramme der DNA am Ende des 20. Jahrhunderts nicht die angestrebte Grundlage des Wissens über die Genetik unserer Art erbrachten. Im Gegenteil wird jetzt mit epigenetischen Forschungen intensiv in jenem Material der biologischen Zellen nach weiteren Informationen gesucht, das zuvor als Müll-DNA bezeichnet wurde, dem Chromatin.

Gibt es keine biologischen Veränderungen mehr, dann ist der Mensch immer schon der Mensch. Das heißt, veränderte Lebensweisen sind allein durch Menschen, also historisch verursacht, selbst wenn eine natürliche Umweltveränderung bewältigt wird, wie das Ende der Eiszeit. Die Archäologie belegt durch ihre Funde komplexer werdende Umwelten – zu denen die Menschen gehören – und wachsende Handlungsfähigkeiten der Menschen in ihnen, wodurch wiederum größerer Einfluss auf die Umwelten möglich wurde. Ab den ersten Jahrtausenden des Jung-Paläolithikums wurde der Wandel immer schneller. Nun erst greifen die früher ausgebildeten biologischen Möglichkeiten der Konstitution von Sapiens gegenüber Frühmenschen deutlich.

Generell blicken wir in der...

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