Show Less
Restricted access

Über die Anfänge des Denkens − Kognition und Siedlung

Soziologie der Steinzeit – von der Höhlenmalerei zum Göbekli Tepe

Lars Hennings

Diese Studie sammelt Thesen für eine interdisziplinäre Forschung der Soziologie als Leitwissenschaft zur Erkundung der Steinzeit. Nach Ankunft des Homo sapiens von Afrika nach Westeuropa beginnt nach dessen biologischer Stabilisierung seine weitere Formung als sozialer, sich selbst verändernder Prozess. Die Artefakte zeigen zu Beginn einen sehr schlichten Typus, der sich eben erst von Homo erectus und neanderthalensis entfernt. Die humanen Veränderungen folgen nicht mehr der Darwinschen Zuchtwahl. Bald entstehen, bei wildbeuterischer Lebensweise, feste Siedlungen, die die Sozialität ausweiten, eine Sprech-Sprache fördern und mit den Anfängen des Denkens eine frühe traditionale Logik ausbilden, die über Sumer, Griechenland ins europäische Denken führt.

Show Summary Details
Restricted access

Der Weg zum Denken – Lucy

Extract

Da es heute doch wohl – jedenfalls außerhalb von Schöpfungsgeschichten – unstrittig ist, es habe einen Tier-Mensch-Übergang gegeben, entstand auch das humane Gehirn in einem Prozess, und damit die Kognition/ Emotion. Wenn hier nun ein Blick sehr weit zurückgeworfen wird, geschieht das auch deshalb, um eine einfache Kontinuität Affe-Mensch zurückzuweisen. Wir stammen nicht von Affen ab, sondern haben mit der evolutiven Linie der heutigen Affen gemeinsame Vorfahren in Urprimaten. Die Trennung geschah vor knapp sieben Millionen Jahren. Es ist keineswegs klar, unser Denken sei bloß eine Fortsetzung äffischen Lernens und Denkens (von dem ich bei Tieren gar nicht spreche). Obgleich biologisch diese Kontinuität Tier – Mensch unstrittig ist, wie der Aufbau auch der Gehirne zeigt, können die neuronalen Vorgänge sich bei Sapiens deutlich unterscheiden. Mit Computerprogrammen auf Basis einfacher Lernoperationen wurde zudem jüngst gezeigt, die angebliche Planungsfähigkeit von Schimpansen oder Raben könne durch sehr einfaches Lernen, Konditionierung, sowie Versuch und Irrtum, erworben sein, schreibt Scinexx.de (29.11.18).

Vor gut drei Millionen Jahren war mit der Gattung Australopithecus auf der humanen Linie ein Typus von aufrecht gehenden Urmenschen entstanden; die genauen Entwicklungen der Arten sind nicht klar. Für Australopithecus afarensis gilt der Fund eines relativ vollständigen Skeletts als Beleg, das oft Lucy genannt wird. Mit diesem Typus begann offenbar eine neue Qualität der zuvor wohl noch fast tierischen Verhaltensmöglichkeiten. Denn aufrechtes Gehen veränderte notwendig das Gehirn, in dem alles, was biologische Wesen tun, registriert, kontrolliert und...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.