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Das Spiel mit der Liebe: Liebesentwürfe in der Gegenwartsliteratur im Lichte spieltheoretischer Konzepte

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Nienhaus Kristina

Das Verständnis von Liebe und Partnerschaft hat sich unter den Bedingungen der Spätmoderne verändert: Durch Digitalisierung, Globalisierung und die gesellschaftliche Akzeptanz von alternativen Lebensmodellen erscheint der Möglichkeitsraum der Liebe unendlich ausgedehnt. Auf diese Veränderung reagiert auch die Literatur. Der vorliegende Band verbindet spieltheoretische Ansätze (von Kant bis Baudrillard) mit (post-)modernen Liebeskonzeptionen (vor allem von Niklas Luhmann, Roland Barthes und Eva Illouz), um einen Blick auf die Auseinandersetzung mit den Geschlechterbeziehungen in der Gegenwartsliteratur zu werfen. Er geht der These nach, dass die Liebe unter den Bedingungen der Spätmoderne ein Phänomen ist, das sich mit Schlüsselkategorien der Spieltheorie adäquat erfassen lässt.

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2. Das Spiel beginnt

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Die Menschen generieren sich im Spiel einen neuen Handlungsrahmen abseits der Sorgen und Pflichten des Alltags. Sie entfliehen den gesellschaftlich geforderten Verhaltens-Regeln und erfahren so Entlastung. Gesellschaftliche Moralvorstellungen und Sittlichkeit bilden eben nicht die Regeln des Spiels. So ist vieles, das im Spiel erlaubt ist, in der Wirklichkeit nicht geduldet. Bedeutend für das Spiel ist der Rahmen. Er zeigt die Grenzen des Spiels auf und definiert so das Spielfeld. Diese Grenzziehung ist substanziell, damit Außenstehende das Spiel nicht mit Wirklichkeit verwechseln. Diese Außenstehenden sind ebenso bedeutsam. Durch ihr ‚nicht mitspielen‘ definieren sie die Spielenden als Gruppe, oder auch den Einzelnen als Spielenden. Wichtig ist, dass der Spielende sich innerhalb des Rahmens befindet und für ihn die jeweiligen, künstlichen, spielerischen Regeln gelten.

Lebens- und Spielrealität können dabei in Verbindung stehen. Es gibt Spiele, in denen erzeugt der Spielende selbst immerfort neue Zufälle, wie beispielsweise bei Würfelspielen. Diese selbst geschaffenen Zufälle stellen jedes Mal Chancen dar, den Spielverlauf zu seinen Gunsten voranzubringen. Auch hier kann man mit dem guten Gefühl des Siegers die Spielrunde verlassen und die Freude über den Sieg genießen. Unterschieden werden müssen diese „Zufallsspiele“, wie Hermann Lübbe darstellt, jedoch von den Spielen, denen nicht nur Spielchancen, sondern sogar Lebenschancen immanent sind. Dies ist bei unterschiedlichen Glücksspielen, etwa im Casino, der Fall. Wer hier den Zufall für sich nutzen kann, kann sich teils über lebensverändernden Gewinn freuen. Auch bei den Zufallsspielen...

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