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Das verhüllte Absolute

Essays zur zeitgenössischen Religionsphilosophie

Ludwig Nagl

Dieses Buch umfasst Essays zu drei Diskursfeldern der zeitgenössischen Religionsphilosophie: zur Neuthematisierung von Religion in der Kritischen Theorie (Habermas), zur Erkundung dieses Themenraums im Umfeld von Dekonstruktion und Postmoderne (Derrida und Vattimo) und zur (neo)pragmatischen Religionsphilosophie und ihrem pragmatizistischen Umfeld. Die Arbeiten zum letztgenannten Themenkreis bilden den Schwerpunkt des Bandes: Im Ausgang von Richard Rorty und Hilary Putnam wird jene religionsphilosophische Option untersucht, die die amerikanischen Pragmatisten Peirce, James und Dewey, vor allem aber der Protopragmatist Josiah Royce, in den zeitgenössischen Diskurs einbringen.

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„Wie würde ein Buch aussehen, das heute – wie jenes von Kant – den Titel, Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft‘ tragen könnte?“ Derrida über Kants Religionsphilosophie 45

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45 „Wie würde ein Buch aussehen, das heute – wie jenes von Kant – den Titel ,Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft‘ tragen könnte?“1 Derrida über Kants Religionsphilosophie2 „Der messianische Ton der Dekonstruktion war anfänglich ganz und gar nicht hörbar“, so beginnt John D. Caputo seine Studie The Prayers and Tears of Jacques Derrida. „Mitten in jenen nietzscheanischen Diskursen, auf die sich die Französische Philosophie der 60er Jahre gerade zu verpflichten begann, wurde gegen Derrida ein Einwand laut, der seine erste Auseinandersetzung mit der Theologie herbeiführte. ,Sehr früh schon‘, sagt Derrida, ,hat man mich beschul- digt (nicht etwa aber: gelobt), dass ich Denkprozesse der Negativen Theologie wieder in Gang setze‘ – sie wiederbelebe im Dienst eines magnum mysterium, différance genannt.“3 Freilich, in den Folgejahren hat Derrida zweierlei deutlich gemacht: nicht nur, dass das, was er unter „différance“ versteht, sondern auch: dass das, was er in der Wendung „Messianizität ohne Messianismus“ (oder: „Religion ohne Religion“) einzukreisen sucht, mit den klassischen (neoplato- nisch-christlich geprägten) Denkfiguren der Negativen Theologie nicht einfach identifiziert werden kann. Diese Distanznahme (nicht nur von positiv-metaphy- sisch bestimmten, sondern auch von invertierten, negativen Theologumena – eine „atheistische“ Distanznahme, die sich, zugleich, interessiert, in der Nähe spekulativer Erkundungen des Religiösen aufhält) ist eines vor allem nicht: ein Abrücken vom Impuls, Religion zu denken. Im Gegenteil: Derridas Interesse an der philosophierend/dekonstruktiven Lektüre des „Religiösen“ (vor allem: an der Erkundung von dessen ambivalenter – d. h....

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