Show Less

Das verhüllte Absolute

Essays zur zeitgenössischen Religionsphilosophie

Ludwig Nagl

Dieses Buch umfasst Essays zu drei Diskursfeldern der zeitgenössischen Religionsphilosophie: zur Neuthematisierung von Religion in der Kritischen Theorie (Habermas), zur Erkundung dieses Themenraums im Umfeld von Dekonstruktion und Postmoderne (Derrida und Vattimo) und zur (neo)pragmatischen Religionsphilosophie und ihrem pragmatizistischen Umfeld. Die Arbeiten zum letztgenannten Themenkreis bilden den Schwerpunkt des Bandes: Im Ausgang von Richard Rorty und Hilary Putnam wird jene religionsphilosophische Option untersucht, die die amerikanischen Pragmatisten Peirce, James und Dewey, vor allem aber der Protopragmatist Josiah Royce, in den zeitgenössischen Diskurs einbringen.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Handlungshorizonte: Deweys und Rortys humanistisch-„naturalistische“Lektüre der Tiefenstruktur des Zukunftsbegriffs 109

Extract

109 Handlungshorizonte: Richard Rortys und John Deweys humanistisch- „naturalistische“ Lektüre der Tiefenstruktur des Zukunftsbegriffs1 Die Hauptpointe des Pragmatismus, die im zeitgenössischen Neopragmatismus aufgegriffen und zugespitzt wird, besteht – temporalitätstheoretisch betrachtet – in dessen emphatischer Zuwendung zur Zukunft. William James schrieb 1906: „Anstatt zurückzublicken auf Prinzipien [...] verschiebt der Pragma tismus den Standpunkt und blickt nach vorn [...]. Die wirk lich vitale Frage für uns ist die: Was will die Welt werden?“2 In einer Analyse des Werks von Ralph Waldo Emer- son, des amerikanischen Dichters aus dem Umfeld des frühen Pragmatismus3, bestimmt heute Stanley Cavell dieses Motiv, nicht unähnlich, als „the need for philosophy to discover the future, the genuinely new“4: d. h. als die Aufgabe, ein Neues zu erkunden, das, mit Nietzsche gesprochen, nicht nur dem Morgen, sondern dem Übermorgen („the day after tomorrow“) zugehört. „Future-orien- tedness“, so schreibt auch der Neopragmatist Richard Rorty, ist die Leitkategorie aller pragmatischen Reflexion. Im Zentrum seines vielgliedrigen Denkprogramms akzentuiert der Pragma- tismus somit ein Vertrauen in das Freiheitspotenzial der Menschen – in jenes 1 Diesem Text liegt ein Teil eines Vortrags zugrunde, der – unter dem Titel „Pragma- tistische Handlungshorizonte: Erwägungen zur Tiefenstruktur des Zukunftsbegriffs bei Rorty, James, Peirce und Royce“ – 2006 auf dem Internationalen Kongress „Prag- matismus – Philosophie der Zukunft“ an der Technischen Universität Darmstadt ge- halten wurde. Eine Druckversion dieses Vortrags erschien 2006 im Wiener Jahrbuch für Philosophie, Band XXXVIII,S. 149–172. Der vorliegende Text ist die (leicht über- arbeite) Neuversion der ersten...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.