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Das verhüllte Absolute

Essays zur zeitgenössischen Religionsphilosophie

Ludwig Nagl

Dieses Buch umfasst Essays zu drei Diskursfeldern der zeitgenössischen Religionsphilosophie: zur Neuthematisierung von Religion in der Kritischen Theorie (Habermas), zur Erkundung dieses Themenraums im Umfeld von Dekonstruktion und Postmoderne (Derrida und Vattimo) und zur (neo)pragmatischen Religionsphilosophie und ihrem pragmatizistischen Umfeld. Die Arbeiten zum letztgenannten Themenkreis bilden den Schwerpunkt des Bandes: Im Ausgang von Richard Rorty und Hilary Putnam wird jene religionsphilosophische Option untersucht, die die amerikanischen Pragmatisten Peirce, James und Dewey, vor allem aber der Protopragmatist Josiah Royce, in den zeitgenössischen Diskurs einbringen.

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„The religious“: Deweys nachfeuerbachsche „Aufhebung“ der Religion 125

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125 „The religious“: Deweys nachfeuerbachsche „Aufhebung“ der Religion1 Dass John Dewey in der mittleren Phase seiner intellektuellen Karriere zö- gerte, sich mit Fragen der Religion auf philosophische Weise auseinanderzuset- zen, ist unter Deweyforschern wohlbekannt.2 Im Religionskapitel von Darnell Ruckers Buch The Chicago Pragmatists findet sich eine Anekdote, die deutlich werden lässt, welche Haltung Dewey – nach seinen frühen, idealistischen Aus- einandersetzungen mit der Religion in seiner Zeit vor Chicago – in den Jahren vor 1934, als A Common Faith erschien, einnahm. Rucker zitiert einen Bericht von Herbert Schneider, „dass die Studenten an der Columbia University Dewey immer wieder darum baten, etwas über Religion zu sagen. Schließlich konnte sie Dewey dazu bewegen, für seine Doktoranden über dieses Thema einen Vortrag zu halten, freilich: diese Ankündigung sprach sich herum und es kamen schließ- lich so viele Leute, dass die Veranstaltung ins größte Auditorium der Columbia University verlegt werden musste. Dewey war erzürnt. Er bemerkte, ,die wollen ja nur einen Affen an seinem Schwanz baumeln sehen‘, und sagte bei dieser Ver- anstaltung sehr wenig über Religion. Schneider erklärte er später, dass er nicht deshalb nicht viel über Religion gesprochen habe, weil er das Thema für unwich- tig hielte, sondern weil für ihn Religion eine private Angelegenheit sei.“3 Im Jahr 1934 freilich beendete Dewey sein Schweigen über die Religion mit seiner Schrift A Common Faith. In der Einleitung zu Band 9, The Later Works, charakterisiert Milton R. Konvitz den zentralen Gedanken, den...

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