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Das verhüllte Absolute

Essays zur zeitgenössischen Religionsphilosophie

Ludwig Nagl

Dieses Buch umfasst Essays zu drei Diskursfeldern der zeitgenössischen Religionsphilosophie: zur Neuthematisierung von Religion in der Kritischen Theorie (Habermas), zur Erkundung dieses Themenraums im Umfeld von Dekonstruktion und Postmoderne (Derrida und Vattimo) und zur (neo)pragmatischen Religionsphilosophie und ihrem pragmatizistischen Umfeld. Die Arbeiten zum letztgenannten Themenkreis bilden den Schwerpunkt des Bandes: Im Ausgang von Richard Rorty und Hilary Putnam wird jene religionsphilosophische Option untersucht, die die amerikanischen Pragmatisten Peirce, James und Dewey, vor allem aber der Protopragmatist Josiah Royce, in den zeitgenössischen Diskurs einbringen.

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„In the religious field pragmatism is at a great advantage over positivisticempiricism with its anti-theological bias“: Rortys „fuzzy overlap of faith,hope, and love“ und Putnams Religionsphilosophie „between Deweyand Buber“ 167

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167 „In the religious field pragmatism is at a great advantage over posi- tivistic empiricism with its anti-theological bias.“1 Rortys „fuzzy overlap of faith, hope, and love“ und Putnams Religionsphilosophie „between Dewey and Buber“ William James schreibt in der zweiten seiner „Pragmatismus“-Vorlesungen, es sei die Hauptpointe der „pragmatische Methode“, dass sie uns in die Lage ver- setzte – im Unterschied zu bisherigen philosophischen Methoden – nicht un- lösbare Antagonismen aufzubauen, sondern „philosophische Streitigkeiten zu schlichten, die sonst endlos wären“ (P 27). Das, so James, gilt nicht zuletzt auch für den Antagonismus zwischen kognitivem Wissen und religiösem Glauben, der im Pragmatismus kritisch resituiert werden kann. Der Name „Pragmatismus“, so James, „kommt vom griechischen Wort πράγμα, das ,Handlung‘ bedeutet; von demselben Stamme, der unseren Worten ,Praxis‘ und ,praktisch‘ zugrunde liegt. In die Philosophie wurde er von Charles Peirce in einem Aufsatz, der unter dem Titel ,Wie wir unsere Ideen klar machen können‘ […] erschien, eingeführt. Peirce weist darauf hin, dass unsere Überzeu- gungen in Wirklichkeit Regeln für unser Handeln sind, und sagt dann, dass wir, um den Sinn eines Gedankens herauszubekommen, nichts anderes tun müssen, als die Handlungsweise bestimmen, die dieser Gedanke hervorzurufen geeignet ist. […] Die konkrete Tatsache, die allen unseren noch so subtilen Gedanken- distinktionen zugrunde liegt, ist diese: Keine dieser Distinktionen ist so subtil, dass sie in irgendetwas anderem bestünde, als in einer Unterscheidung, die das Handeln beeinflussen kann. Um also vollkommene Klarheit in unsere Gedanken über einen Gegenstand zu bringen, müssen...

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