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Das verhüllte Absolute

Essays zur zeitgenössischen Religionsphilosophie

Ludwig Nagl

Dieses Buch umfasst Essays zu drei Diskursfeldern der zeitgenössischen Religionsphilosophie: zur Neuthematisierung von Religion in der Kritischen Theorie (Habermas), zur Erkundung dieses Themenraums im Umfeld von Dekonstruktion und Postmoderne (Derrida und Vattimo) und zur (neo)pragmatischen Religionsphilosophie und ihrem pragmatizistischen Umfeld. Die Arbeiten zum letztgenannten Themenkreis bilden den Schwerpunkt des Bandes: Im Ausgang von Richard Rorty und Hilary Putnam wird jene religionsphilosophische Option untersucht, die die amerikanischen Pragmatisten Peirce, James und Dewey, vor allem aber der Protopragmatist Josiah Royce, in den zeitgenössischen Diskurs einbringen.

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„Loyalität“: Josiah Royces pragmatizistisches Konzept von Ethik und Religion (nach Kant, nach Hegel, nach dem Pragmatismus) 295

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295 „Loyalität“: Josiah Royce s᾽ pragmatizistisches Konzept von Ethik und Religion (nach Kant, nach Hegel, nach dem Pragmatismus)1 0. Einleitung und Überblick Die Schriften von Josiah Royce werden heute, trotz ihres philosophischen Ge- wichts, noch viel zu wenig gelesen und diskutiert. Royce war ein bedeutender (ja, wie Frank M. Oppenheim kürzlich gezeigt hat, zentraler2) Denker, der an der Genese des neuen amerikanischen Diskurses (an dem, was in Harvards „Golden Age“ dann „Pragmatismus“ getauft wurde) als ein wichtiger Gesprächspartner teilnahm. Und sein Werk ist zugleich auf herausragende Weisen von jenem Den- ken beeinflusst, das später im angloamerikanischen Raum „Continental Philoso- phy“ genannt werden wird. Royce könnte daher als „Vermittler“ dienen: als ein Denker, mit dessen Hilfe ein neuer Blick auf die philosophischen Hauptantago- nismen des zwanzigsten Jahrhunderts geworfen werden kann. Als (unter ande- rem) ein Kantianer nach Kant, ein Hegelianer nach Hegel und ein Pragmatizist, der seine Position in kritischem Rückbezug auf den Pragmatismus bestimmt, ist Royce – so mag es scheinen – auf einzigartige Weise dazu prädestiniert, jenen innovativen Ansätzen in der zeitgenössischen Philosophie Nachdruck zu verlei- hen, die sich um die (wie Hilary Putnam vor einigen Jahren schrieb) notwendige „Erneuerung“3 der Philosophie bemühen. Der folgende Text beschäftigt sich mit Royces Werk in zweierlei Hinsicht. Im ersten Teil werden die Einflüsse der Moralphilosophie Kants auf Royces ethischen Zentralbegriff „Loyalität“ untersucht, wobei gezeigt wird, dass die nachkanti- sche Statur der Royceschen Ethik in Royces Analysen dessen, was er...

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