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Mediation und systemische Therapie

Überlegungen zu einer Adaptierung des Mediationsverfahrens auf die speziellen Bedürfnisse von Paaren- Grenzen und Möglichkeiten

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Jasmin Cornelius

In dieser Arbeit werden die Mediation und die systemische Therapie mit ihren Möglichkeiten und Grenzen dargestellt und verglichen. Zudem wird eine praktische Methode entwickelt, in der bestimmte systemische Therapietechniken in die Mediation integriert werden, um besser auf die Bedürfnisse von Paaren in Konflikten eingehen zu können. Dabei erfolgt auch eine Betrachtung der Lebens- und Herkunftsgeschichte der Partner, da Beziehungsprobleme verständlicher werden, wenn man die Vergangenheit und die Lebensumstände der Partner mitberücksichtigt. Zusätzlich erfolgt die Integration eines Kommunikations- und eines Problemlösetrainings in das Verfahren. Die Ergebnisse des Vergleichs dienen bei der Entwicklung des Verfahrens «Mediatives Paar-Coaching» als wichtige Grundlage. Ziel des «Mediativen Paar-Coachings» ist nicht die Heilung von Menschen, sondern die Heilung von Beziehungen.

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B. Theoretischer Teil

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Kapitel 1: Grundlagen der Kommunikation I. Zwischenmenschliche Kommunikation Sowohl Mediation, als auch Therapie, sind kommunikative Prozesse. Beiden Verfahren liegt zu Grunde, dass Menschen sich verständigen und miteinander kommunizieren können. Gestörte Kommunikation muss bearbeitet werden, da es für die Lösung von Konflikten und psychischen Problemen, unabdingbare Vor- aussetzung ist, dass zwischen den Beteiligten ein Austausch stattfinden kann. Sprachlosigkeit würde sowohl die Mediation, als auch die Gesprächstherapie, unmöglich machen. Daher ist es notwendig, als Mediator und Therapeut, Kenn- tnisse von den Mechanismen und Gesetzmäßigkeiten der Kommunikation zu haben, um ein konstruktives Kommunizieren möglich zu machen und wenn nö- tig, Störungen zu erkennen und zu beheben. Dies ist also eine erste gemeinsame grundlegende Voraussetzung für beide Prozesse und wird daher im Nachstehen- den näher dargestellt. 1) Drei Grundgesetze der zwischenmenschlichen Kommunikation nach P. Watzlawick, J. H. Beavin und Don D. Jackson Im Folgenden geht es um drei Grundgesetze (Axiome) der zwischenmenschli- chen Kommunikation. Aufgestellt wurden sie von Paul Watzlawick, Janet H. Beavin, und Don D. Jackson24. a) Jedes Verhalten ist Kommunikation Das 1. Axiom lautet: Jedes Verhalten ist Kommunikation.25 Anders und eindrucksvoll formuliert: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“26 Selbst ein Mensch, der absichtlich stumm ist und keinerlei Regung zeigt, drückt etwas aus. Er macht seinem Gegenüber deutlich, dass er nicht mit ihm reden will. Der Informationsaustausch erfolgt lediglich passiv, statt aktiv. b) Jede Botschaft hat einen Sach- und einen Beziehungsaspekt Das zweite Axiom lautet: Jede Botschaft...

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