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Das Kurzprosawerk Willa Cathers: Eine erzähltheoretische Analyse

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Nicola Janitz

Ziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, inwieweit das Kurzprosawerk Willa Cathers den literaturhistorischen Entwicklungstendenzen von der traditionellen Form des diegetisch-fiktionalen (auktorialen) Erzählens hin zum mimetisch-fiktionalen, figurenorientierten (personalen) Erzählen entspricht. Die Analysen basieren auf dem «Zürcher Beschreibungsmodell» von Rolf Tarot ( Narratio viva 1993), welches durch weitere erzähltheoretische Ansätze ergänzt wird. Sechs Short Storys werden einer detaillierten erzähltheoretischen Analyse unterzogen, und obwohl Willa Cather, deren Schaffensperiode sich über ein halbes Jahrhundert erstreckte, durchaus modernistische Gestaltungsmittel verwendet, ist das Wechselverhältnis von diegetisch- und mimetisch-fiktionalen Elementen in ihrem Kurzprosawerk sehr facettenreich.

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3. Textanalyse der Short Story „Lou, the Prophet“ (1892)

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3.1. Veröffentlichungsgeschichte und Genese der Erzählung Die Erzählung „Lou, the Prophet“ wurde zum erstenmal am 15. Oktober 1892 in der Studentenzeitschrift der Universität von Nebraska Hesperian (22:7–10) ver- öffentlicht. Als Autorin wird Willa Cather angegeben. Im Frühjahr 1948 er- schien die Kurzgeschichte erneut in der Zeitschrift Prairie Schooner (22:100– 104) als Teil des Aufsatzes „Willa Cather’s Juvenilia“, herausgegeben von Ja- mes R. Shively (Meyering, A Reader’s Guide 131). Weitere Veröffentlichungen folgten, u.a. 1950 in Willa Cather’s Campus Years (46–53) (University of Neb- raska Press), Early Stories (1957), herausgegeben von Mildred Bennett (Faulk- ner, Collected Short Fiction 584) und in dem von Virginia Faulkner herausgege- benen Werk Willa Cather’s Collected Short Fiction 1892–1912 (1965), welches hier als Zitiergrundlage für die Erzählung „Lou, the Prophet“ verwendet wird. Diese Short Story gehört zur Kategorie der „College Stories“ (Arnold, Willa Cather’s Short Fiction 1), die Willa Cather zur Zeit ihres Studiums an der Uni- versität von Nebraska verfasste. In dieser frühen Schaffensperiode verarbeitet Cather hauptsächlich ihre (zumeist negativen) Erinnerungen an das harte, ent- behrungsreiche Leben in der Prärie. Wie bei fast allen Erzählungen, die Cather zwischen 1892 und 1912 verfasste und welche in Nebraska angesiedelt sind, so wird in dieser Erzählung ebenfalls die Härte des Landes und der Versuch seiner Einwohner, sich den Bedingungen anzupassen, dargestellt (Meyering, A Rea- der’s Guide 131). Ähnlich wie in ihrer ersten Short Story „Peter“ (1892), so steht...

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