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Das Kurzprosawerk Willa Cathers: Eine erzähltheoretische Analyse

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Nicola Janitz

Ziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, inwieweit das Kurzprosawerk Willa Cathers den literaturhistorischen Entwicklungstendenzen von der traditionellen Form des diegetisch-fiktionalen (auktorialen) Erzählens hin zum mimetisch-fiktionalen, figurenorientierten (personalen) Erzählen entspricht. Die Analysen basieren auf dem «Zürcher Beschreibungsmodell» von Rolf Tarot ( Narratio viva 1993), welches durch weitere erzähltheoretische Ansätze ergänzt wird. Sechs Short Storys werden einer detaillierten erzähltheoretischen Analyse unterzogen, und obwohl Willa Cather, deren Schaffensperiode sich über ein halbes Jahrhundert erstreckte, durchaus modernistische Gestaltungsmittel verwendet, ist das Wechselverhältnis von diegetisch- und mimetisch-fiktionalen Elementen in ihrem Kurzprosawerk sehr facettenreich.

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4. Textanalyse der Short Story „Flavia and Her Artists“ (1905)

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4.1. Veröffentlichungsgeschichte und Genese der Erzählung Die Kurzgeschichte „Flavia and Her Artists“ wurde 1905 zusammen mit den Short Stories „The Garden Lodge“ und „The Marriage of Phaedra“ in Willa Ca- thers erster Kurzgeschichten-Sammlung The Troll Garden veröffentlicht.79 Ge- schrieben hat Cather die Prosatexte vermutlich in den Jahren zwischen 1901 und 1903, als sie als Highschool Lehrerin tätig war und in Pittsburgh lebte. Einige Kritiker meinen, die Vorbilder für die Charaktere der Geschichte im persönli- chen Umfeld der Autorin finden zu können. Im Mittelpunkt steht dabei die Fa- milie Canfield, mit der Cather befreundet war. Susan Rosowski (1985) z.B. ist der Ansicht, dass die Protagonistin Flavia Hamilton in Anlehnung an Flavia Canfield konzipiert wurde, die Mutter von Cathers Freundin Dorothy Canfield Fisher (Rosowski, „Prototypes for Willa Cather’s ‚Flavia and Her Artists‘: The Canfield Connection“ 143), und auch Mark Madigan (1990) sieht einige Paralle- len zwischen diesen beiden Frauen. So soll auch Flavia Canfield eine leiden- schaftliche Kunstliebhaberin gewesen sein, und – ähnlich wie ihre Namensvet- terin in der Erzählung – war auch die reale Flavia stolz darauf, sich im Umfeld bekannter Künstler bewegen zu können und mit ihnen befreundet zu sein (Madi- gan, „Willa Cather and Dorothy Canfield Fisher“ 122). „The similarity of the real woman to her fictional counterpart is simply too striking not to be noticed“ (Woodress, Willa Cather: A Literary Life 87). Auch die Tochter von Flavia Can- field, Dorothy Canfield Fisher, scheint als Modell für eine fiktionale Figur...

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