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Das Kurzprosawerk Willa Cathers: Eine erzähltheoretische Analyse

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Nicola Janitz

Ziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, inwieweit das Kurzprosawerk Willa Cathers den literaturhistorischen Entwicklungstendenzen von der traditionellen Form des diegetisch-fiktionalen (auktorialen) Erzählens hin zum mimetisch-fiktionalen, figurenorientierten (personalen) Erzählen entspricht. Die Analysen basieren auf dem «Zürcher Beschreibungsmodell» von Rolf Tarot ( Narratio viva 1993), welches durch weitere erzähltheoretische Ansätze ergänzt wird. Sechs Short Storys werden einer detaillierten erzähltheoretischen Analyse unterzogen, und obwohl Willa Cather, deren Schaffensperiode sich über ein halbes Jahrhundert erstreckte, durchaus modernistische Gestaltungsmittel verwendet, ist das Wechselverhältnis von diegetisch- und mimetisch-fiktionalen Elementen in ihrem Kurzprosawerk sehr facettenreich.

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7. Textanalyse der Short Story „The Best Years“ (1948)

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7.1. Veröffentlichungsgeschichte und Genese der Erzählung Willa Cathers letzte Short Story „The Best Years“ wurde zwar 1945 fertig ge- stellt, erschien jedoch erst 1948 nach ihrem Tod139 in der Kurzgeschichten- sammlung The Old Beauty and Others zusammen mit den Erzählungen „The Old Beauty“ und „Before Breakfast“. Danach folgten weitere Veröffentlichungen, u.a. in dem Buch Five Stories (1956), in der Taschenbuchausgabe von The Old Beauty and Others (1976) oder auch 1992 in Cather: Stories, Poems, and Other Writings (Meyering, A Reader’s Guide 15). Nach der Kurzgeschichtensammlung Obscure Destinies, welche 1932 publi- ziert wurde, verfasste Willa Cather zunächst einmal keine Short Stories mehr. Ähnlich wie in der Zeit zwischen 1920 und 1932140 widmete sie sich vornehm- lich ihrem Romanwerk (1935 erschien Lucy Gayheart), ihre letzten Texte jedoch waren erneut Kurzgeschichten. 1936 z.B. schreibt sie die Erzählung „The Old Beauty“, welche jedoch erst 1948 posthum in der Sammlung The Old Beauty and Others erscheinen wird zusammen mit „The Best Years“, dem letzten Werk ihrer schriftstellerischen Karriere – abgesehen von der so genannten „Avignon- Story“, ein nie vollendetes Novellen-Manuskript, welches jedoch nach Cathers Tod, wahrscheinlich auf ihr eigenes Verlangen hin, zerstört wurde (Arnold, Wil- la Cather’s Short Fiction 165). „The Best Years“ entstand 1945 in Northeast Harbour, Maine, Willa Cathers zweiter Sommerresidenz. Ursprünglich verbrachte sie die warmen Monate des Jahres zusammen mit ihrer langjährigen Freundin Edith Lewis auf der kanadi- schen Insel Grand Manan. Durch den zweiten Weltkrieg jedoch wurden sämtli- che Arbeiter von dort...

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