Show Less

Einheitliche Corporate Governance-Grundsätze für die Europäische Aktiengesellschaft (SE)

Eine rechtsvergleichende Untersuchung anhand der Ausgestaltung der SE im deutschen und britischen Recht

Series:

Geng-Sook Leem

Im weltweiten Wettbewerb der Corporate Governance-Systeme – bei der Wahlmöglichkeit der SE – ist jedes System permanent aufgefordert, ein besseres System zu schaffen, mit dem das Unternehmen optimalen Erfolg erzielen und im Wettbewerb überleben kann. Dabei wird hier nach der Möglichkeit der einheitlichen Corporate Governance-Grundsätze für die EU durch die Konvergenz als ein Produkt des Systemwettbewerbs gefragt. Unter dieser Fragestellung wird die Corporate Governance der SE im Vergleich zwischen der deutschen und britischen dualistischen SE sowie der deutschen und britischen monistischen SE untersucht. Mit Hilfe dieses Vergleichs werden die Stärken und Schwächen beider Systeme herausgearbeitet. Damit wird eine Annäherung beider Systeme versucht, die zur Verwirklichung der ursprünglichen Grundidee der SE und weiter zur Vollendung des Europäischen Binnenmarktes für die Europäische Integration beitragen können. Die Verwirklichung dieses erstrebenswerten Ziels ist aber in der Realität aufgrund unlösbarer Hemmnisse («Pfadabhängigkeit») noch fern. In diesem Zusammenhang wird die Frage gestellt, ob es möglicherweise eine Methode gibt, die die bei der Konvergenz des positiven Rechts entstandenen Probleme überwindet.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

FÜNFTER TEIL – ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE UNDAUSBLICK 315

Extract

315 Fünfter Teil – Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick A. Zusammenfassung der Ergebnisse I. Corporate Governance der SE und deren Problemstellung Neben den Bemühungen um eine Harmonisierung der Gesellschaftsrechte durch EG-Richtlinie strebte die EU über mehrere Jahrzehnte lang die Schaffung einer einheitlichen supranationalen Gesellschaftsform (SE) mit einheitlichem Corpo- rate Governance-System an, was schließlich in einen halbherzigen politischen Kompromiss beim Gipfel von Nizza zur Schaffung der Rechtsform der SE mün- dete. Im Ergebnis billigt die SE-VO einem Unternehmen, das die Rechtsform einer SE annehmen möchte, ein Wahlrecht zwischen einem dualistischen Corpo- rate Governance-System mit zwei personell und funktionell getrennten Organen (Leitungs- und Aufsichtsorgan) und einem monistischen System mit einem ein- heitlichen Verwaltungsorgan (Board) zu. Aufgrund dieser Wahloption zwischen den Corporate Governance-Systemen der SE ist ein Wettbewerb zwischen den Rechtssystemen der Mitgliedsstaaten unvermeidbar, um den Standortwettbe- werb zu überleben. Damit liefert sie als ein Wettbewerbstreiber Anlass zu eher noch lebhafterer Diskussion über die Corporate Governance als dies sowieso schon der Fall war. Mit dieser Wahlmöglichkeit wurde am Anfang dieser Arbeit aus zwei Aspekte die Frage gestellt: Erstens, wie sich der Wettbewerb auf die Unternehmenslandschaft auswirkt, und was dieser Effekt dann für die Gesetzge- ber in den EU-Mitgliedstaaten bedeutet, sowie zweitens, ob und wie durch den Wettbewerb das einheitliche Corporate Governance-System überhaupt möglich sein kann. II. Grundlagen der Diskussion der Corporate Governance 1. Weltweite Diskussion der Corporate Governance und Kodexbewegung Die Lebhaftigkeit der Diskussion über Corporate Governance ist auf Zweierlei zurückzuführen:. Zum einen auf...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.